Teil eines Werkes 
2. Band (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

29

Die junge Dame legte ihre kleinen Finger ſanft auf den Ruͤcken von Monkshaugh's ver⸗ welkter Lilienhand— tatſchelte ſie— druͤckte ſie anmuthig, vertraulich, herablaſſend; laͤchelte hoͤchſt einnehmend, und verbeugte ſich.

„Liebe gegen die theure Eliſabeth.— Ich ſehe, Sie find voll. Ungeduld, Delancy,“ fuhr Fraͤulein Juliana fort, den Arm des Gentle⸗ manss ergreifend, den ſie ſo ungerechter Weiſe anklagte;„allein ich konnte den⸗ armen, alten Graham unmdoͤglich unbeachtet voruͤberlaſſen. Sie ſind Nachbarn— Erbfreunde von Papa's und Großpapa's her bis hinauf zur Arche Noah, darf ich ſagen. Langweilige Leute, ohne Zwei⸗ fel— allein es iſt ſo herzlos, alte Familien⸗ freunde zu vergeſſen. Auch mußte ich erklaͤren, warum Mama ſie nicht zu unſerem Balle ein⸗ laden konnte. Dieß wuͤrde ſie ganz aus ihrem Elemente geriſſen haben— doch moͤchten wir um alles in der Welt ihre Gefuͤhle nicht be⸗ leidigen.“

„Noch nicht fort,“ rief ſie, ſich wieder um⸗ wendend.„Ich wuͤnſche aufrichtig, Herr Gra⸗ bam, wir koͤnnten Ihnen in unſerem Wagen einen Platz einraͤumen— wir fahren an Ihrer Wohnung voruͤber— nicht wahr?“ Keine Antwort erfolgte. Monkshaugh bebte an Leib und Seele und die redſelige Dame fuhr fort:

„Eliſabeth iſt bei Ihnen, vermuthe ich.— Beſuchen Sie die Stadt nie? Ich bin uͤber⸗ zeugt, daß Sie Ihre Zeit ſo auf eine vernuͤnf⸗ tige Art zubringen— mit Leſen, Spazieren⸗