Teil eines Werkes 
1. Theil (1821)
Entstehung
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hing. Die Aufſicht uͤber die Arbeiten ihrer zahl⸗ reichen weiblichen Dienſtboten war das Haupt⸗ tagewerk der Edelfrau; ihre Spindel, ihre Bibel, und ein einſamer Gang auf der Zinne der Burg, oder auf dem Dammwege, oder zuweilen, aber ſeltener, am Ufer des Sees, fuͤllten die uͤbrigen Stunden. Die Unſicherheit der Zeit aber war ſo groß, daß immer, wenn ſie uͤber das Doͤrfchen hinaus zu luſtwandeln wagte, der Waͤchter auf der Warte nach allen Seiten ſich ſcharf umſehen mußte, und vier oder fuͤnf Reiſige ihre Pferde bereit hielten, um bei dem geringſten Anſcheine von Gefahr aus dem Dorfe hervor zu brechen. So ſtanden die Sachen, als nach einer Abwe⸗ ſenheit von mehren Wochen der Ritter von Avenel

taͤglich erwartet wurde. Ein Tag aber verging

nach dem andern, und er kehrte nicht heim. Briefe wurden in jenen Zeiten ſelten geſchrieben, und der Ritter haͤtte auch eines Schreihers dazu bedurft; uͤberdieß war Verkehr aller Art unſicher und Niemand mochte gern die Zeit und die Rich⸗ tung einer Reiſe bekannt werden laſſen, weil man in dem Falle mehr Feinde als Freunde auf