46 wird er seine gewohnte umherstreifende Lebens- weise mit der Annahme Ihres gütigen Anerbie- tens zu vereinigen wissen, wenigstens hab' ich diesen Versuch schon ohne Wirkung gemacht. Bey dem Publikum im Allgemeinen zu betteln, hält er für eine Art von Unabhängigkeit, im Ver- gleich mit der Lage, wo er seine ganze Unter- stützung dem Wohlwollen eines einzelnen Men- schen zu verdanken haben soll. Er ist insofern ein wahrer Philosoph, dafs er sich an keine Zeit und Stunde bindet. Wenn er Hunger hat, so iſst er, trinkt, wenn ihn durstet, und legt sich schlafen, wenn er müd' ist. Dabey ist er so gleichgultig gegen alle Umstände und Anstalten, womit wir einen s0 groſsen Lärm machen, daſs ich glaube, er hat in seinem ganzen Leben noch nie schlecht gespeifst oder schlecht logirt. Dann ist er aber auch in gewisser Hlinsicht das Orakel der Gegend, durch die er wandert, ihr Genealo- gist, ihr Zeitungsträger, ihr maltre de plaisirs, und ihr Arzt in geistigen und leiblichen Nöthen. Ich gebe Ihnen mein Wort darauf, er hat zu viel Geschäfte ad betreibt sie mit zu groſsem Eifer, als dafs man ihn füglich überreden könnte, sie aufzugeben. Aber es sollte mir wahrlich leid thun, wenn man den armen gemüthlichen Alten Wochenlang in einem Gefängnisse schmachten liefse. Ich bin überzeugt, der Verlust seiner Freyheit würde ihm das lHera brechen.“
Teil eines Werkes
37. Bändchen, Die Presbyterianer : dritte der Erzählungen meines Wirths : 4. Theil (1823) Old mortality
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