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Gräfin Eure heimliche Vermählung noch nicht entdeckt; sie wufste noch nicht, daſs diese Ver- mählung, die sie durch jene schreckliche Erdich- tung hindern wollte, bereits vollzogen war. Ihr floht ja aus dem Hause, als ob Feuer vom Him- mel darauf niederfallen sollte, und Miſs Neville wurde halb bewufstlos der Obhut einer Wärterin übergeben. Diese schlief indeſs ein, und die Gefangene wachte. Das Fenster war oflen— der Weg lag vor ihr— dort ragte die Klippe empor, und dort war die See— Ach! wann, wann werd' ich das vergessen!“
«Sie starb demzufolge so, wie die Sage berich- tetd?» fragte der Graf. 4
«Nein, Mylord! Ich war nach der Bucht ge- gangen. Die Fluth war eingetreten, und diese stieg, wie Ihr Euch erinnern werdet, bis an den Fuſs der Klippe— und das war eine groſse Be- quemlichkeit für meines Mannes Gewerbe— doch wo gerathe ich hin?— Ich sah einen weis- sen Cegenstand sich von dem Gipfel der Klippe, wie eine Seemöve, durch den Nebel herunter- schwingen, und der laute Fall ins Wasser, so wie der Schaum überzeugte mich, daſs ein mensch- liches Wesen hinabgestürzt seyn müsse. Ich war kühn und kräftig, und mit der Fluth vertraut. Ich sprang also hinein, ergriff sie beym Gewande, zog sie empor, und irug sie auf meinen Schul- tern— auf denen ich damals leicht zwey ihres


