57 erschüttert für das Wohl des Landes— Cott segne sie dafür, ich denk', in dem Wuusche liegt nichts Päbstisches. Sie hiefsen die Normännischen Wardour's, ob sie gleich von Süden herkamen. Jener Richard nun, der Rotharmige genannt, machte Bekanntschaft mit dem alten Knockwin- nock— denn damals hieſsen sie noch Knockwin-
nocks— und warb um seine einzige Tochter, auf dafs Schlofs und Land in seine Hände käme. Schwer, sehr schwer liefs sich Sibylla— so
nannte sie der, der mir die Geschichte erzählte — 2u der Ehe bewegen, denn sie hatte sich schon ziemlich weit in einen Liebeshandel mit einem Vetter eingelassen, den ihr Vater nicht gut lei- den mochte, und so kam es denn, dafſs, als sie mit dem Herrn Richard kaum vier Monat ver- heirathet war— denn heirathen hatte sie ihn einmal müssen— sie ihn mit einem hübschen, kräftigen Knaben beschenkte. Das gab nun einen unerhörten Lärm, und man sprach von nichts weiter, als wie sie verbrannt, und das Kind ge- tödtet werden sollte. Allein die Sache ward end- lich auf irgend eine Weise ausgeglichen, der Knabe fortgeschickt und in den Hochlanden er- zogen, wo er zu einem kräftigen Manne aufwuchs, wie so manches andere unehlich geborene Kind. Richard der Rotharmige bekam aber selbst noch eine grofse Nachkommenschaft, und lebte in Frieden fort, bis er sein Haupt zur Ruhe legte


