Teil eines Werkes 
99. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 5. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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30 nehmen gewagt habe. Er antwortete unerſchrocken, er kenne das Ding nicht, das ein Mann nicht zu thun wage. Eliſabeth bewunderte die Antwort, und behandelte ihn mit Auszeichnung, waͤhrend ſeines Aufenthalts in England, der jedoch von nicht langer Dauer war. 3

Allein das ſonderbarſte Abenteuer der Regierung Ja cobs war die ſogenannte Gowrie's Verſchwoͤrung, auf welcher eine Art Geheimniß ruht, welches die Zeit bis jetzt noch nicht ganz entfernt hat. Du mußt dich erinnern, daß ein Graf von Gowrie, waͤhrend Jakob noch ein Knabe war, verurtheilt und hingerichtet wurde. Dieſer Edelmann hinterließ zwei Soͤhne, die im Auslande gut erzogen wurden, und fuͤr hoff⸗ nungsvolle junge Maͤnner galten. Der Koͤnig ſchenkte dem älteſten den Titel und die Herrſchaft Gowrie wieder, und be⸗ günſtigte ſie beide ſehr.

Nun begab es ſich im Monat Auguſt 1600, daß Alexan⸗ der Ruthven, der juͤngere der zwei Bruͤder, eines Morgens früh zu dem Koͤnige kam, der damals in dem Park von Falkland jagte, und ihm ſagte, er habe einen Mann von verdaͤchtigem Ausſehen, und mit einem großen Kruge voll Gold unter ſeinem Rocke ſeſtgenommen. Dieſen Mann habe er, ſagte Ruthven, als einen Gefangenen im Hauſe ſeines Bruders in Perth, gefangen gehalten, bis der Koͤnig ihn unterſuchen, und den Schatz in Beſitz nehmen wuͤrde. Durch dieſes Maͤhrchen lockte er Jakob von dem Jagdfelde weg, und beredete ihn, mit ihm nach Perth zu reiten, nur von wenigen Edellenten und Dienern begleitet, die dem Koͤnige ohne Befehl folgten.

Bei ihrer Ankunft in Perth begaben ſie ſich in die Wohnung des Grafen, Gowrie⸗Houfe, ein groſſes maſſives

Gebaͤu⸗