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99. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 5. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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Anblick dieſer furchtbaren und geſetzloſen Leute glaubten die Buͤrger, die Stadt folle gepluͤndert werden, und die Beſtuͤr⸗ zung war ſehr groß. Allein der Koͤnig, der ihnen bloß Schrecken einjagen wollte, hielt eine lange Anrede an die Magiſtrate wegen der Exzeſſe, über welche er ſich beklagte, und verzieh ihnen.

Eine andere große Plage der Regierung Jakobs des VI. waren die wiederholten Empoͤrungen eines unruhigen Edel⸗ manns, mit Namen Franz Stewart, Graf von Bothwell, der natuͤrlich eine von Jakob Hepburn, der dieſen Namen unter der Regierung der Koͤnigin Maria fuͤhrte, verſchiedene Perſon war. Dieſer zweite Graf von Bothwell war ein Ver⸗ wandter des Koͤnigs, und machte verſchiedene gewaltſame Verſuche, ſich ſeiner Perſon zu bemaͤchtigen, in der Abſicht, den Staat durch die Gefangenhaltung des Koͤnigs zu regie⸗ ren, wie ehedem die Douglas. Allein obſchon er ſeinen Zweck bei einer oder zwei Gelegenheiten faſt erreicht haͤtte, ſo wurde doch Jakob ſtets aus ſeinen Haͤnden befreit, und war endlich maͤchtig genug, Bothwell ganz aus dem Lande zu ver⸗ bannen. Er ſtarb verachtet und verbannt. 1

Allein bei weitem die groͤßte Peſt Schottlands in jener Zeit waren die tödtlichen Fehden unter dem Adel und den Vornehmen, die zu den blutigſten Folgen fuͤhrten, und vom Vater auf den Sohn vererbt wurden. Die Gutmüͤthigkeit des Koͤnigs, die ihn ſehr geneigt machte, denen zu verzeihen, welche ſolche unmenſchliche Gewaltthaͤtigkeiten begangen hak⸗. ten, machte das Uebel noch haͤufiger. Das Folgende iſt ein merkwurdiger Vorfall.. 3

Der Graf von Huntly, das Haupt der maͤchtigen Fami⸗ lie Gordon, und der angeſehenſte Mann im Norden von Schottland, hatte einige Streitigkeiten mit dem Grafen von