70 fuß auf die Gemuͤther des Volks beſaß, und ihn zuweilen dazu benützte, ſich in die oͤffentlichen Angelegenheiten zu mi⸗ ſchen. Obgleich die ſchottiſchen Edelleute keinen Sitz in dem Partamente hatten, wie die Biſchoͤfe Englands und anderer Gegenden, ſo gaben ſie ſich nichtsdeſtoweniger mit Polttik ab, und predigten oft von der Kanzel herab gegen den Koͤnig und ſeine Maßregeln. Sie bedienten ſich dieſer Freiheit um ſo kuͤhner, weil ſie behaupteten, ſie ſeyen vor keinem buͤrger⸗ lichen Gerichtshofe wegen deſſen verantwortlich, was ſie in ihren Predigten ſagen, ſondern bloß vor den geiſtlichen Ge⸗ richten, wie ſie genannt wurden; d. h. vor den Synoden und den allgemeinen Kirchenverſammlungen, die aus Geiſtlichen, wie ſie ſelbſt, beſtanden, und von denen daher keine Beſchraͤn⸗ kung der Sprechfreiheit ihrer Collegen erwartet werden konnte. 3
Bei einer Gelegenheit, die ſich am 17. Dezember 1596 ereignete, erreichten Streitigkeiten der Art zwiſchen dem Koͤ⸗ nige und der Kirche eine ſolche Hoͤhe, daß der Poͤbel der
Stadt, entflammt durch die Heftigkeit einiger Prebigten,
welche ſie hoͤrten, die Waffen ergriff, das Thor des Tolbooth belagerte, wo Jakob mit der Verwaltung der Gerechtigkeit beſchaäftigt war, und es einzubrechen drohte. Der Koͤnig wurde durch die Vermittlung des beſſer geſinnten Theils der Einwohner gerettet, welche die Waffen zu ſeinem Schutze er⸗ griffen. Nichtsdeſtoweniger verließ er am naͤchſten Tage Edin⸗
burgh in großem Aerger, und machte Miene, die Privilegien
der Stadt als Strafe fär die Frechheit der Meuterer, auf⸗ zuheben. Er wurde mit Mühe beſaͤnftigt, und war, wie es ſchien, keineswegs ganz befriedigt; denn er ließ die High⸗ Street der Stadt durch eine große Anzahl der Clans der Graͤnze und der Hochlande beſetzen. Erſchrocken durch den
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