Teil eines Werkes 
99. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 5. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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auch iſt kein Grund vorhanden, ihre natuͤrliche Herzenszuͤte und die muthvolle Maͤnnlichkeit ihrer Gemuͤthsart in Zweifel zu ziehen. Gleichwohl war ſie, in jedem Sinne, eine der ungluͤcklichſten Furſtinnen, die je lebten, von dem Augenblick an, in welchem ſie in einer Stunde des Ungluͤcks und der Ge⸗ fahr zur Welt kam, bis zu jenem, in welchem ein blutiger und gewaltſamer Dod eine traurige Gefangenſchaft von acht⸗ zehn Jahren endete. 5

Die Koͤnigin Eliſabeth erfuhr nicht ſobald, daß die That geſchehen war, als ſie mit derſelben Heuchelei, welche ihr ganzes Betragen gegen Maria bezeichnet hatte, ſich be⸗ eilte, ihren Antheil an derſelben abzuleugnen. Sie behaup⸗ tete, Daviſon habe die Vollmacht dem geheimen Rath durch⸗ aus gegen ihren Befehl vorgelegt; und um ihrer Anklage groͤßern Nachdruck zu geben, legte ſie ihm eine bedeutende Geldbuße auf, und beraubte ihn auf immer ſeiner Würden und ſeiner Gunſt. Sie ſchickte einen beſondern Geſandten an Koͤnig Jakob ab, um ſich wegen„dieſes ungluͤcklichen Zu⸗ falls,“ wie ſie Maria's Tod zu nennen beliebte, zu entſchul⸗ digen. IJakob qaußerte zuerſt einen hohen Unwillen, den die ſchot⸗ tiſche Nation zu theilen ganz geneigt war. Er weigerte ſich, den engliſchen Geſandten zu ſehen, und murmelte Drohun⸗ gen der Rache. Als eine allgemeine Drauer fuͤr die abge⸗ ſchiedene Koͤnigin verordnet wurde, erſchien der Graf von Argyle bei Hof in Waffenruͤſtung, als ob dieß der geeignete Weg geweſen waͤre, den Volksunwillen uͤber die Behandlung, welche Maria erfahren hatte, an den Tag zu legen. Allein Jakobs Hoffnungen und Beſorgniſſe waren jetzt auf die Nach⸗ folge in der engliſchen Regierung gerichtet, die er durch ei⸗

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