66 trübniſſen erlost ſehen.“ Sie wirkte ihren Maͤdchen mit ei⸗ niger Muͤhe die Erlaubniß aus, ſie auf das Blutgeruͤſte zu begleiten. Man machte den Einwurf, das Uebermaß des Kummers derſelben moͤchte das Geſchaͤft ſtoͤren; ſie verbuͤrgte ſich fuͤr ihr ruhiges Verhalten.
Als ſie auf dem unheilvollen Stuhle ſaß, hoͤrte ſie die Vollmacht zum Tode, die Beaie, der Sekretaͤr des geheimen Raths, verlas, mit einem Anſcheine von Gleichguͤltigkeit; auch ſchien ſie der Andachtsuͤbung des Dechanten von Peter⸗ borough, an der ſie als Katholikin ohne Verletzung ihres Gewiſſens keinen Antheil nehmen konnte, keine groͤßere Auf⸗ merkſamkeit zu ſchenken. Sie flehte die Barmherziskeit des Himmels nach der von ihrer eigenen Kirche vorgeſchriebenen Form an. Hierauf bereitete ſie ſich zur Hinrichtung vor, und nahm diejenigen Theile ihrer Kleidung, welche dem Todes⸗ ſtreiche hinderlich ſenn konnten, ab. Die Scharfrichter boten ihren Beiſtand an, allein ſie ſchlug ihr Anerbieten aus, in⸗ dem ſie erklaͤrte, ſie ſey weder daran gewoͤhnt worden, ſich vor ſo vielen Zuſchauern zu entkleiden, noch von ſolchen Kam⸗ merdienern bedient zu werden. Ruhig verwies ſie ihre Maͤd⸗ chen, die nicht im Stande waren, ihre Klagen zuruͤckzuhal⸗ ten, und erinnerte ſie, daß ſie ſich für ihr Stillſchweigen verbuͤrgt habe. Zu allerletzt legte Maria ihr Haupt auf den Block, das der Scharfrichter mit zwei Streichen ſeiner Ayt vom Rumpfe trennte. Der Henker hielt es mit der Hand empor, und der Dechant von Peterborbugh rief:„So moͤ⸗ gen alle Feinde der Koͤnigin Eliſabeth ſterben.“ Keine Stim⸗ me, außer die des Grafen von Kent konnte Amen ſagen; die übrigen waren durch Seufzer und Thraͤnen erſtickt.
So ſtarb Maria, etwas uber vierz:g Jahre alt. Sie zeichnete ſich durch Schoͤnheit, Talente und Kenntniſſe aus,
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