Teil eines Werkes 
99. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 5. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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64 Paulet einen aͤngſtlichen Burſchen, der ſich ſeiner Treue zwar zu ruͤymen, aber keine Beweiſe von derſelben zu geben wiſſe.

Da man jedoch, wegen Paulet's und Drury's Bedenk⸗ lichkeiten, ganz nach der Form verfahren mußte, ſo unter⸗ zeichnete Eliſabeth eine Vollmacht zur Vollziehung des gegen die Koͤnigin Maria ausgeſprochenen Urtheils, und gab ſie Daviſon, ihrem Staatsſecretaͤre, mit dem Bemerken, daß ſie mit dem Großſiegel Englands verſehen werden müſſe. Daviſon legte die von Eliſabeth unterzeichnete Vollmacht dem geheimen Rathe vor, und am naͤchſten Tage wurde das Großſiegel auf dieſelbe gedrückt. Als Eliſabeth dieß hoͤrte, legte ſie einiges Mißvergnuͤgen darüber an den Tag, daß die Vollmacht ſo ſchnell ausgefertigt worden war, und ſagte dem Sekretaͤr, kluge Maͤnner ſeyen der Meinung, daß gegen die Koͤnigin Maria auf irgend eine andere Art verfahren werden ſollte. Daviſon glaubte in dieſer vorgeblichen Sinnesaͤnde⸗ rung die Gefahr zu ſehen, ſeine Gebieterin moͤchte die Schuld der Hinrichtung, wenn dieſe erfolgt ſey, auf ihn werfen. Er theilte daher dem Siegelbewahrer Eliſabeths Aeuſſerung mit, und erklarte, er wolle nichts weiteres in der Sache wagen. Der geheime Rath, der ſich in Folge deſſen verſammelte, und von den wahren Wünſchen der Koͤnigin uͤberzengt zu ſeyn glaubte, beſchloß, ihr die Muͤhe zu erſpa⸗ ren, ſie deutlicher auszudruͤcken, und ſchickte, entſchloſſen, den Tadel, wenn ein ſolcher daraus entſpringen ſollte, ge⸗

meinſchaftlich zu tragen, die Vollmacht zur Hinrichtung

mit ſeinem Secretaͤr Beale ab. Die Grafen von Kent und Shrewsbury nebſt dem Oberſcheriff der Grafſchaft wurden bevollmaͤchtigt und angewieſen, dafuͤr zu ſorgen, daß das unheilvolle Mandat ohne Aufſchub vollzogen wurde.

Maria