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99. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 5. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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Beweiſe waren der Art, daß ſie gegenwaͤrtig das Leben des geringſten Verbrechers nicht gefahrden wuͤrden; dennoch aber hatte die Commiſſton die Grauſamkeit und Niedertrachtigkeit, Maria des Antheils an Babington's Verſchworung, und des Verbrechens, einen Mordanſchlag auf das Leben der Koͤni⸗ gin Eliſabeth, gegen die zur Sicherheit des Lebens der Koͤ⸗ nigin erlaſſenen Sratuten, erſonnen und verſucht zu haben, fuͤr ſchuldig zu erklaͤren. Und das Parlament von England billigte und beſtaͤtigte dieſes ungerechte Urtheil!

Es ließ ſich vielleicht nicht erwarten, daß Jakob VI. ei⸗ ne große natürliche Zuneigung zu ſeiner Mutter hatte, die er ſeit ſeiner Kindheit nie geſehen hatte, und die ihm ohne Zweifel als ein ſehr ſchles es Weib dargeſtellt wonden war,

das ihm, nach erlangter Freiheit, die Krone, die er trug,

abzunehmen, und ſich ſelbſt wieder aufzuſetzen wuͤnſche. Ma⸗ ria's Gefangenſchaft hatte ihn daher nicht zu dem Mitgefuͤhle angeregt, das ein Kind gegen ſeine Eltern unter aͤhnlichen Umſtaͤnden empfinden ſollte. Allein, als er dieſe Proceduren gegen ihr Feben erfuhr, haͤtte er der gewoͤhnlichſten Gefühle

der menſchlichen Natur ermangeln muͤſſen, und wuͤrde ſich zu

einem Gegenſtande des Tadels und der Verachtung in ganz Europa gemacht haben, wenn er ſich nicht zu ihren Gunſten verwendet haͤtte. Er ſchickte daher Geſandte ab, zuerſt Sir William Keith, und bald darauf einen zweiten, um bei der Koͤnigin Eliſabeth Fuͤrbitte zu thun, und ſowohl zur Ueber⸗ redung als zu Drohungen ihre Zuflucht zu nehmen, um das Leben ſeiner Mutter zu erhalten. Schottlands Freundſchaft war für England in dieſem Augenblicke wichtiger, als in ir⸗ gend einem fruͤhern Zeitpunkte ſeiner Geſchichte. Der Koͤnig von Spanien war damit beſchaͤftigt, eine ungeheure Flotte (prahleriſcherweiſe die unbeſiegbare Armada genannt) auszuru⸗