60. bington's und ſeiner Genoſſen, welche Maria's Theilnahme
an ihrem frevelhaften Unternehmen eingeſtanden, verleſen.
Auf dieſe Anklagen antwortend laͤugnete Maria, daß ſie mit Ballard in irgend einer Verbindung geſtanden ſey, oder daß ſie je ſolche Briefe, wie die gegen ſie vorgelegten geſchrieben habe. Sie beſtand darauf, daß ſie blos durch ſolche Schriften, welche ihre eigene Hand und Siegel füh⸗ ren, nicht aber durch Abſchriften uͤberwieſen werden koͤnne. Sie verweilte auf dem Umſtande, daß die Erklaͤrungeu ihrer Sekretaͤre im Geheimen und wahrſcheinlich unter dem Ein⸗ fluſſe der Furcht vor der Folter, oder der Hoffnung auf Be⸗ lohnung, wozu in der That alle Wahrſcheinlichkeit vorhan⸗ den iſt, gegeben worden ſeyen. Endlich behauptete ſie, die
Bekenntniſſe der Verſchwoͤrer beweiſen nichts gegen ſie, weil
ſie ehrloſe Perſonen ſeyen, die wegen eines ehrloſen Ver⸗ brechens geſtorben ſehen. Wenn man ihr Zeugniß zu benuͤ⸗ tzen die Abſicht gehabt habe, ſo haͤtte man ſie begnadigen und ſie ihr perioͤnlich vorſtellen muͤſſen, um gegen ſie zu zeugen. Maria geſtand, ſie habe ſich, da ſie ſeit mehreren Jahren alle Hoffnung aufgegeben, ihre Freiheit aus den Haͤnden der Koͤnigin Eliebeth zu empfangen, in ihrem Elen⸗ de an andere Fuͤrſten gewendet, und ſich auch bemuht, eine Beguͤnſtigung fuͤr die verfolgten Katholiken in England aus⸗ zuwirken, allein ſie laͤugnete, daß ſie Freiheit fuͤr ſich, oder Vortheile für die Katholiken durch das Blut irgend eines Menſchen zu erkaufen geſucht habe, und erklaͤrte, daß ſie, wenn ſie in Eliſabeths Ermordung durch Worte oder auch nur durch Gedanken gemilligt haͤtte, bereit waͤre, ſich nicht bloß dem Urtheile der Menſchen zu unterwerfen, ſondern guch auf die Barmherzigkeit Gottes zu verzichten.
Die gegen die Koͤnigin von Schottland vorgebrachten


