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Waͤhrend dieſer ſtrengen Gefangenſchaft auf der einen Seite, und der groͤßten Aengſtlichkeit und Eiferſucht auf der andern, fuͤhrten die beiden Koͤniginnen noch eine Art Brief⸗ wechſel mik einander. Im Anfange dieſes Verkehrs ſuchte Maria durch die Macht ihrer Beweisgruͤnde, durch die Lo⸗ ckungen der Schmeichelei, und durch Berufungen auf die Gefuͤhle der Menſchlichkeit Eliſabeth's Herz gegen ſie zu er⸗ weichen. Sie ſuchte ſie auch zu einem gefühlvolleren Betra⸗ gen gegen ſie durch das Anerbieten zu vermoͤgen, ihre Krone abzutreten, und ſich im Auslande aufzuhalten, wenn ſie nur ihre perſoͤnliche Freiheit wieder erlangen koͤnnte. Allein Eli⸗ ſabeth hatte die Koͤnigin von Schottland zu tief beleidigt, als daß ſie es gewagt haͤtte, ſich den Folgen ihres Grolles auszu⸗ ſetzen, und glaubte ſich vielleicht genoͤthigt, auf der einmal betretenen Bahn fortzuſchreiten, aus Furcht, Maria moͤchte, einmal in Freiheit geſetzt, rachſuͤchtige Plane verfolgen, und ſie es unmoͤglich finden, ſie, wenn ſie einmal frei waͤre, zur Erfuͤllung deſſen, was ſie in der Gefangenſchaft zugeſagt ha⸗ ben wuͤrde, zu noͤthigen.
Als Maria endlich die Hoffnung aufgegeben hatte, einen günſtigen Eindruck auf Eliſabeth zu machen, beniützte ſie ih⸗ ren Briefwechſel mit der Koͤnigin von England, mit mehr Witz als Klugheit, dazu, ſie zu reizen und zu erbittern; in⸗ dem ſie dem nicht unnatuͤrlichen, obſchon ſicherlich uͤbereilten und unklugen Vorſatz nachgab, einen Cheil der Pein, die ſie ſelbſt erduldete, der Perſon, welche ſie mit Recht als die Ur⸗ heberin ihres Ungluͤcks betrachtete, zu vergelten.
Da ſie lange Zeit unter der Aufſicht des Grafen von Shrewsbury ſtand, deſſen Frau ein Weib von muͤrriſcher Gemuthsart war, ſo pflegte Maria der Eliſabeth zu berich⸗ ten, die Graͤfin nenne ſie alt und haͤßlich; ſie habe geſagt


