tragen gegen die Koͤnigin Maria wirft einen tiefen Schatten auf ihre Dugenden, und veranlaßt uns zu bedenken, welche arme und ſchwache Geſchoͤpfe ſelbſt die kluͤgſten unter den Sterblichen ſind, und aus welchen unvollkommenen Beſtand⸗ theilen das zuſammengeſetzt iſt, was wir menſchliche. Tugend nennen.
Stets ihre Freiheit verlangend, und ſtets mit ihrer Bitte zuruͤckgewieſen, wurde Maria von Schloß 38 S Schloß gebracht, und unter die Aufſicht verſchiedener ter geſtellt, die ſich die ſtrengſte Ahndung von Seiten Eli n, wenn ſie jenes Beſtreben offenbarten, die Gefangen⸗ ſchaft der armen Koͤnigin zu mildern, welch es bloße Höflich⸗ keit und Mitleid für gefallene Groͤße zuweilen eingaben. So⸗ gar die Moͤbeln ihres Gemachs wurden auf eine erbaͤrmliche Art vernachlaͤſſigt, und die Koſten ihres Haushalts ſo mur⸗ rend beſtritten, als ob ſie ein unwillkommener Gan Heuelen waͤre, der nach Beliechen abreiſtn kann, und den der Wirth hläͤfſisn lüs 39 uaden
nigin von Luemte und die wirkliche Koͤnigin von Shutt⸗ land ein Flaumbett, das ein Anfall von Gliederweh, die Fol⸗ ge von Dampf und Einkerkerung, mehr zu einer Sache der
Rothwendigkeit, als der Schwelgerei machte. Wenn man ihr erlaubte, ins Freie zu gehen, war ſie ſtets ſtark bewacht, als ob ſie eine Verbrecherin geweſen waͤre; und wenn ihr ir⸗ gend Jemand ein Kompliment, ein Zeichen von Achtung,⸗ oder ein Wort des Troſtes vergoͤnnte, ſo tadelte Eliſabeth, die uͤberall ihre Spaͤher hatte, ſicherlich die, welche fuͤr den Augenblick Maria's Waͤchter waren, wegen großer Vernach⸗ laͤſſigung ihrer Pflicht, weil ſie einen ſolchen Verkehr er⸗ laubten.


