Teil eines Werkes 
99. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 5. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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Morton gab zu, daß er das Geheimniß nicht verrathen habe, weil er nicht gewußt habe, wem er es haͤtte mittheilen ſollen; denn wenn er es der Koͤnigin Maria entdeckt haͤtte, ſo waͤre er verloren geweſen, da ſie ſelbſt zu den Verſchworenen ge⸗ hoͤrt habe; wenn er es dagegen Darnley enthuͤllt haͤtte, ſo war dieſer ein ſolcher Schwachkopf, daß die Koͤnigin es ihm entlockt haben wuͤrde, und dann waͤre es um ihn, Morton, gleichfalls geſchehen geweſen. Er geſtand auch, er habe ge⸗ wußt, daß ſein Freund, Vaſall und Verwandter, Archibald Douglas, bei der Ermordung gegenwaͤrtig geweſen ſey, und daß er ihn deſſenungeachtet nie vor Gericht geſtellt, ſondern ihn fortwaͤhrend beguͤnſtigt habe. Im Ganzen ſchien er ein⸗ zugeſtehen, daß er, mit Recht fuͤr die Verhehlung des Ver⸗ brechens leide, obſchon er laͤugnete, daß er die wirkliche Be⸗ gehung deſſelben durch Rath und That befoͤrdert habe.„Al⸗ lein es iſt ganz daſſelbe,“ ſagte er, ich wuͤrde daſſelbe Schick⸗ ſal zu erleiden gehabt haben, waͤre ich ſo unſchuldig als St. Stephen, oder ſo ſchuldig als Judas geweſen.“

Als man im Begriff war, den Grafen auf den Nicht⸗ platz zu fuͤhren, kam Kapitaͤn Stewart, ſein Anklaͤger, jetzt Graf von Arran, um ihn zu bewegen, eine ſeine Bekenntniſ⸗ ſe enthaltende Schrift zu unterſchreiben. Morton erwiederte: „Ich bitte Sie, belaͤſtigen Sie mich nicht; ich will mich jetzt zum Tode vorbereiten, und kann in dem Zuſtande in wel⸗ chem ich bin, nicht ſchreiben.“”“ Arran wuͤnſchte hierauf, er moͤchte ſich mit ihm ausſoͤhnen, und erklaͤrte, er handle blos aus oͤffentlichen und biedern Beweggruͤnden.„Es iſt jetzt keine Zeit, um an Zwiſtigkeiten zu denken,“ ſagte der Graf —„Ich verzeihe Ihnen und allen Andern.“

Dieſer beruͤhmte Mann wurde durch eine Maſchine ge⸗ toͤdtet, die man das Maͤdchen nannte, und die er ſelbſt