Teil eines Werkes 
99. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 5. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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45— Unterdruͤckung bloß den Weg zur Entſtehung eines andern

Arran, als die waren, an welche er gedacht hatte.

Bei der Unterſuchung der gegen Morton erhobenen An⸗ klage ſcheinen die Regeln einer unparteiiſchen Gerechtigkeit nicht befolgt worden zu ſeyn; denn die Diener der angeklag⸗ ten Perſon wurden ergriffen und auf die Folter geſpannt, um ihnen Geſtaͤndniſſe, die fuͤr ihren Herrn verderblich ſeyn konnten, abzunoͤthigen. Morton proteſtirte gegen zwei oder drei Perſonen, die ſich auf der Liſte der Geſchwornen, die gegen ihn zu erkennen hatten, fanden, weil ſie ſeine Todfein⸗

de ſeyen; allein ſie wurden nichtsdeſtoweniger beibehalten. Sie thaten den Ausſpruch, daß er art and part(Kunſt und

Theil) an der Ermordung Heinrich Darnley's ſchuldig ſey. Man ſagt von einem Menſchen, er ſei eines Verbrechens arl and parl ſchuldig, wenn er die Art der That erſinnt, und diejenigen, welche das Verbrechen begehen, aufmuntert, sb⸗ gleich er an der wirklichen Vollfuͤhrung keinen Antheil nimmt. Morton hoͤrte den Ausſpruch, und ſtieß ſeinen Stock auf

den Boden, als er die Worte wiederholte: Art and part!

)

Art and part! Gott weiß, daß dem nicht ſo iſt.“ An dem

Morgen nach ſeinem Urtheilsſpruche wachte er aus einem tie⸗

fen Schlafe auf.„In fruͤhern Nachten,“ ſagte er,„pflegte ich zu wachen und darüber nachzudenken, wie ich mich ver⸗ theidigen ſollte, allein jetzt iſt mein Geiſt von ſeiner Buͤrde befreit.“ Als die Geiſtlichen, die ihn beſuchten, in ihn drangen, Alles zu bekennen, was er uͤber Darnley's Ermor⸗ dung wiſſe, ſagte er ihnen, Bothwell habe ihm den Vorſchlag gemacht, Theil an der That zu nehmen, allein er habe ſich geweigert, dieß zu thun, wofern ihm nicht ein von der Koͤ⸗ nigin unterzeichneter Befehl vorgezeigt wuͤrde, den ihm Both⸗ well zu verſchaffen verſprach, der aber ſein Wort nicht hielt.