Teil eines Werkes 
99. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 5. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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ſes Guͤnſtlings lag nichts, das ihn einer ſolchen ungemeinen Auszeichnung wuͤrdig oder unwuͤrdig gemacht haͤtte. Er war ein artiger junger Mann, der dem Koͤnige wegen ſeiner Güte hoͤchſt dankbar und geneigt war, ſich derſelben ohne eine Be⸗ leidigung gepen andere zu erfreuen.

Ganz verſchieden war der Charakter des andern Guͤnſt⸗ lings Jakobs VI. Dieß war Kapitaͤn Jakob Stewart, ein zweiter Sohn der Familie Ochiltree. Er war ein ſittenloſer und ſchlechter Mann, ohne eine andere Weisheit als Ver⸗ ſchlagenheit, und bloß durch die Verwegenheit ſeines Ehrgei⸗

zes und die Kuͤhnheit ſeines Charakters ausgezeichnet.

Die Eingebungen dieſer beiden Guͤnſtlinge vergroͤßerten den natuͤrlichen Wunſch des Koͤnigs, der Herrſchaft Morton's ein Ende zu machen, und Stewart beſchloß, der Vorwand zu ſeiner Entfernung ſolle auch der Vorwand zu ſeinem Dode ſeyn. Der Grund zur Anklage wurde liſtig gewaͤhlt. Der Graf von Morton hatte, bei der Niederlegung der Regent⸗ ſchaft, eine Verzeihung unter dem Groß⸗Siegel fuͤr alle Ver⸗ brechen und Beleidigungen erhalten, deren er ſich gegen den Koͤnig ſchuldig gemacht haben mochte; allein in dieſer Ver⸗ zeihung war der Ermordung Heinrich Darnley's, des Vaters des Koͤnigs, nicht erwaͤhnt, und an dieſem Morde hatte der Graf von Morton ſicherlich Theil gehabt. Der Guͤnſtling Stewart uͤbernahm das Amt eines Anklaͤgers. Er trat ploͤtz⸗ lich in das Gemach des Koͤnigs, als der geheime Rath ver⸗ ſammelt war, ſiel vor Jakob nieder und klagte den Grafen von Merton der Theilnahme an der Ermordung des Vaters des Koͤnigs an. Hierauf antwortete Morton mit hochmuͤthi⸗ gem Laͤcheln, er habe die Thaͤter dieſes Verbrechens zu ſtren⸗ ge beſtraft, als daß es wahrſcheinlich waͤre, daß er ſelbſt ei⸗