Teil eines Werkes 
99. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 5. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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4² der Regierung zu ſtehen, konnte er nicht lange unthaͤtig blei⸗ ben. Er entfagte ſeiner Einſamkeit in der duͤſtern Feſte, die das Volk Loͤwenhoͤhle nannte, verjagte die neuen Raͤthe durch eine Miſchung von Liſt und Gewalt, und riß noch einmal, nach der alten Sitte der Douglas, die hoͤchſte Verwaltung der oͤffentlichen Angelegenheiten an ſich. Allein der Fuͤrſt war kein Kind mehr. Er ſieng jetzt an, fuͤr ſich zu denken und zu handeln; und es iſt nothwendig, daß du einiges über ſei⸗ nen Charakter erfaͤhrſt.

Jakob VI. war noch ein Kind, als er auf den Thron ſeiner Mutter geſetzt wurde. Er war jetzt ein Knabe von vierzehn Jahren, von guter Gemuͤthsart, und mit ſo viel Ge⸗ lehrſamkeit ausgeſtattet, als zwei treffliche Schulmeiſter ihm beizubringen vermocht hatten. Er hatte in der That mehr Gelehrſamkeit als Weisheit; und doch zeigte es ſich, im Lau⸗ fe ſeines künftigen Lebens, daß er nicht ohne geſunden Ver⸗ ſtand war, ſo ſehr es ihm auch an der Kraft, maͤnnliche Entſchluͤſſe zu entwerfen, und an der zu ihrer Ausfuͤhrung noͤthigen Feſtigkeit fehlte. Eine gewiſſe Kinderhaftigkeit und Geiſtesbeſchraͤnktheit machte ſeinen geſunden Verſtand nutzlos und ſeine Gelehrſamkeit laͤcherlich. Von ſeiner fruͤheſten Kind⸗ heit an hatte er eine leidenſchaftliche Vorliebe füͤr Guͤnſtlinge, und ſchon in ſeinem dreizehnten und vierzehnten Jahre ſtan⸗ den zwei Perſonen in einer ſolchen Gunſt bei ihm, daß ſie ihn bewegen konnten, alles zu thun, was ſie wollten.

Der erſte war Esme Stewart von Aubigny, ein Neffe des verſtorbenen Grafen von Lennox und ſein Erbe. Der Koͤnig verlieh dieſem jungen Manne nicht bloß die Ehren ſei⸗ ner Familie wieder, ſondern machte ihn auch zum Herzoge von Lennox, und erhob ihn, mit zu verſchwenderiſcher Groß⸗ muth, zu einem hohen Amte im Staate. Im Charakter die⸗