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In Beziehung auf den Grafen von Morton erzaͤhlt eine Geſchichte der Familie Sommerville nachſtehende Anecdote. Als eines der Mitglieder dieſer Familie in einen großen und wichtigen Proceß verwickelt war, den der Regent nach ſeinem Gutduͤnken entſcheiden konnte, befolgte es, auf den Rath ei⸗ nes alten und erfahrenen Bekannten des Regenten, folgendes fonderbare Verfahren:— Lord Sommeroille machte dem Lord Morton ſeine Aufwartung, und empfahl ſeinen Fall ſeiner guͤnſtigen Meinung,— eine Art perſoͤnlicher Betreibung, die damals ſehr gebraͤuchlich war. Nachdem er mit dem Regen⸗
ten eine kurze Zeit geſprochen hatte, und ſich zum Weggehen
anſchickte, oͤffnete er ſeine Boͤrſe, als ob er einiges Geld aus derſelben nehmen wollte, um es den Dienern und Aufwaͤrtern zu geben, wie es bei ſolchen Gelegenheiten gebraͤuchlich war, ließ aber die Boͤrſe auf dem Liſche liegen, als ob er ſie ver⸗ geſſen haͤtte. Morton rief ihm nach—„Mylord, Ihre Boͤr⸗ ſe— Sie haben Ihre Boͤrſe vergeſſen!“— allein Lord Som⸗ merville eilte hinweg, ohne ſich umzukehren. Er hoͤrte nichts mehr von der Boͤrſe, die er ganz voll mit Gold geſtopft hatte; allein Morton entſchied an dieſem Tage zu ſeinen Gunſten. Beiſpiele einer ſolchen verworfenen Habgier entriſſen Morton allmaͤhlig die Liebe und Zuneigung ſeiner beſten Freunde, und ſeine Regierung wurde endlich ſo allgemein verhaßt, daß der allgemeine Wunſch entſtand, der Koͤnig möchte der Regentſchaft durch ſeinen Regierungsantritt ein Ende machen. 1 Dieſe Meinungen herrſchten ſo allgemein, daß Mortsn,
den 12. Maͤrz 1578 ſein Regenten⸗Amt niederlegie, und ſich als Privatmann in ſein Schloß Dalkeith zurückzeg, die Ver⸗ waltung der Regierung einem aus zwoͤlf adeligen Mitgliedern beſtehenden Rathe uͤberlaſſend. Allein gewoͤhnt, an der Spitze


