Teil eines Werkes 
99. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 5. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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ſen, obſchon mit beſchraͤnktem Einkommen und verminderter Macht, veraͤndert ſah. Aus dieſen und andern Gruͤnden hat⸗ te er dem Regenten Morton mehr als einmal bittere Vor⸗ wuͤrfe gemacht; als aber dieſer merkwuͤrdige Mann flarb, ſprach der Regent, der ſeinem Leichenbegaͤngniſſe beiwohnte, uͤber ſeinem Sarge eine Lobrede, die nie vergeſſen werden ſollte.—„Hier liegt,“ ſagte Morton,„er, der nie das An⸗ geſicht des Menſchen ſcheute.“

In dem Staate wie in der Kirche zeigte der Negent ei⸗ nen rachſuͤchtigen, geizigen und verdorbenen Charakter. Ob⸗ ſchon die Buͤrgerkriege beendet waren, ſo war er doch emſig bemuͤht, an den Hamiltonen wegen der fortwaͤhrenden Hülfe, die dieſe maͤchtige Familie der Partei der Koͤnigin geleiſtet hatte, und wegen der Hinderniſſe, die ſie ſeiner eigenen Er⸗ bebung in den Weg geſtellt hatte, Rache zu nehmen. Er behandelte ſie als oͤffentliche Feinde, verjagte ſie aus Sehott⸗ land, und nahm ihnen ihre Laͤndereien. Der Graf von Ar⸗ ran, der aͤlteſte Bruder der Familie, welchem die Laͤndereien wirklich gehoͤrten, war wahnſinnig und in einem Zuſtande von Gefangenſchaft; allein dieß hielt Morton nicht ab, die Grafſchaft und die dazu gehoͤrenden Laͤndereien als verwirkt zu erklaͤren,— ein Mißbrauch der Geſetze, der den Unwitle aller ehrlichen Leute erregte.

Nicht blos durch Conſiscationen ſuchte Morton Reich⸗ thümer zu ſammeln. Er nahm Geld för die Dienße, die er zu erweiſen die Macht hatte. Seibſt bei der Verwaltung der Gerechtigkeit waren ſeine Haͤnde nicht frei von Beſtechungen; obſchon es eines der groͤßten Verbrechen, deſſen ein oͤffentli⸗ cher Mann ſich ſchuldig machen kann, iſt, ſich bei der Hand⸗ habung der Gerechtigkeit von Gunſt oder Gewinnſucht leiten zu laſſen. 3 8