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CEaſtels von Edinburgh ſah ſich der Regent im vollkommenen Beſitze der hoͤchſten Gewalt in Schottland. Da die Koͤnigin
Eliſabeth waͤhrend der Buͤrgerkriege ſeine beſtaͤndige Freundin
geweſen war, ſo erfuͤllte er alle ihre Wünſche, als er ſich im unbeſtrittenen Beſitze der Regierung Schottlands ſah. Mor⸗
ton gieng ſogar ſo weit, daß er der Gerechtigkeit oder Rache
der engliſchen Koͤnigin jenen ungluͤcklichen Grafen von North⸗ umberland übergab, der, wie ich fruͤher erwaͤhnt habe, eine Verſchwoͤrung in England angezettelt hatte, ſodann nach Schottland entflohen, und von dem Regenten Murray in das Schloß Lochleven eingeſperrt worden war. Die Auslieferung dieſes unglüͤcklichen Edelmanns an England war ein großer Flecken, nicht bloß fuͤr den Charakter Morton's, ſondern auch Schottlands im Allgemeinen, das bisher als ein ſicherer und gaſtfreundlicher Zufluchtsort fuͤr diejenigen, welche Ungluͤck oder politiſcher Zwieſpalt aus ihrem Lande verbannt hatten, betrachtet worden war. Es war um ſo auffallender, weil
Morton ſelbſt, als er ſich, wegen ſeines Antheils an Rizzio's
Ermordung, gezwungen geſehen hatte, nach England zu ent⸗ fliehen, von dem ungluͤcklichen Edelmanne, den er jetzt aus⸗ lieferte, guͤtig empfangen und beſchützt worden war. Ein weirerer und erſchwerender Umſtand war es, daß es ein Douglas war, der einen Douzlas verrieth; und wenn man die Annalen ihrer Vorfahren zu Rathe zog, ſo fand man, daß ſie zwar viele Handlungen offener Feindſeligkeit, und vie⸗ le Beiſpiele eines engen und feſten Buͤndniſſes enthielten, al⸗ lein bis jetzt noch kein Beiſpiel eines Verraths der einen Fa⸗ milie gezen die andere. Um das Schaͤndliche dieſer That zu erhoͤhen, wurde dem Regenten bei dieſer Gelegenheit eine Geldſumme bezahlt, die er mit Douglas von Lochleven theil⸗ te. Northumberland wurde in Pork 1572 enthauptet.


