Teil eines Werkes 
99. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 5. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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ton zu behaupten. Allein die Koͤnigin Eliſabeth, die jetzt die ſchottiſchen Unruhen zu beenden wuͤnſchte, ſchickte von Ber⸗ wick eine bedeutende Abtheilung engliſcher Truppen ab, und, was noch noͤthiger war, einen großen Artilleriezug, der das Caſtell von Edinburgh eng belagerte. Die Beſatzung kam je⸗ doch mehr durch den Mangel an Lebensmitteln, als durch die Kugeln der engliſchen Batterien in Noth. Nur nach einer tapfern Vertheidigung, in deren Laufe eine von den Quellen, welche die Feſtung mit Waſſer verſah, vertrocknet, und die andere durch Druͤmmer verſtopft wurde, konnte der tapfere Kirkaldy zu unterhandeln gezwungen werden.

Er ergab ſich dem engliſchen Generale, der ihm das Verſprechen gab, daß ſeine Gebieterin den Regenten zu einer güͤtigen Behandlung des Gouverneurs und ſeiner Anhaͤnger bewegen werde. Dieß konnte um ſo eher erwartet werden, als Morton und Kirkaldy ehedem große Freunde geweſen wa⸗ ren. Allein der Regent verlangte das Leben ſeines kapfern Gegners; und Eliſabeth gab die Gefangenen, die Ehre ihres Generals, wie die ihrige wenig beachtend, Morton's Rache preis. Kirkaldy und ſein Bruder wurden oͤffentlich hingerich⸗ ter, zum großen Bedauern vieler Perſonen von der Partei des Koͤnigs ſogar. Maitland von Lethington, der beruͤhmter durch ſeine Talente, als ſeine Biederkeit war, gab alle Hoff⸗ nung zur Begnadigung auf, als er ſah, daß man ſelbſt des Kirkaldy von Grange nicht geſchont hatte, und machte ſeinem Daſeyn durch Gift ein Ende. So endeten die Buͤrgerkriege unter der Regierung der Koͤnigin Maria mit dem Tode des tapferſten Soldaten und des geſchickteſten Staatsmar uns; denn dieß waren Kirkaldy und Maitland.

Seit der, den 20ſten May 1575 erfolgten, Uebe gabe des

W. Scott's Werke. XlX. 5