Teil eines Werkes 
99. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 5. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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22 klagten ſogar Murray an, er ſelbſt ſey ein Mitſchuldiger Bothwell's bei Darnley's Ermordung.

Nach einer fuͤnfmonatlichen Unterſuchung that Eliſabeth beiden Parteien zu wiſſen, daß ſie, auf der einen Seite, ſich durch nichts bewogen gefunden habe, an der Biederkeit und Ehre des Grafen von Murray zu zweifeln, waͤhrend er, auf der andern Seite, ihrer Meinung nach, nichts von den ſchwe⸗ ren Anklagen, die er gegen ſeine Fuͤrſtin erhoben, bewieſen habe. Sie ſey daher, ſagte ſie, entſchloſſen, die Angelegen⸗ heiten Schottlands zu laſſen, wie ſie ſie gefunden habe.

Wenn die Koͤnigin beide Parteien unparteiiſch haͤtte be⸗ handeln wollen, wie ihr Spruch anzudeuten ſchien, ſo haͤtte ſie Maria wieder in Freiheit ſetzen muͤſſen. Allein waͤhrend man Murray mit einem bedeutenden Geldanlehen entließ, mußte Maria in jener Gefangenſchaft bleiben, die bloß mit ihrem Leben enden ſollte..

Murray kehrte nach Schottland zuruͤck, nachdem alle Vortheile der Conferenz in York ihm zugefallen waren. Sei⸗ ne Kaſſe war wieder gefuͤllt, und ſeine Macht durch die Gunſt der Koͤnigin Eliſabeth befeſtigt. Es war ihm nun ein Leichtes, die Ueberreſte der Lords der Koͤnigin zu zerſtreuen, die in der That, ſeit der Schlacht bei Langſide und der Flucht ihrer Gebieterin, nie mehr im Stande geweſen waren, ihm die Spitze zu bieten.

Inzwiſchen hatten einige außerordentliche Ereigniſſe in England ſtatt. Der Herzog von Norfolk hatte einen Plan entworfen, die Koͤnigin Maria wieder in Freiheit zu ſetzen, und ſollte dafuͤr durch ihre eheliche Hand belohnt werden. Der Regent Murray war in das Geheimniß dieſer Verſchwo⸗ rung eingeweiht worden, obſchon der Zweck derſelben ihm wohl nicht ſehr erwuͤnſcht ſeyn konnte. Viele von dem hohen