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führte, wurde Maria von engliſchen Wachen umgeben, und da Eliſabeth nicht ohne Grund beſorgte, ſie möchte aus Schottland Huͤlfe erhalten, ſo wurde ſie nach Bolton Caſtle in Yorkſyire entfernt. Allein es fehlte an einem Vorwande zu einem ſo gewaltthaͤtigen, unedeln und ungerechten Betra⸗ gen, und Eliſabeth bemuͤhte ſich, einen ſolchen aufzufinden.
Der Regent Murray hatte, nach Maria's Flucht nach England, ſein Betragen in den Augen der Koͤnigin Eliſabeth durch die Behauptung zu rechtfertigen geſucht, daß ihre Schweſter an der Ermordung ihres Gemahls Darnley Theil
4 genommen habe, um Bothwell, ihren Geliebten, heirathen
zu koͤnnen. Allein obſchon dieß, es als wahr angenommen, ſehr ſtrafbar geweſen waͤre, ſo war doch Eliſabeth nicht im mindeſten berechtigt, ſich zum Richter in dieſer Sache aufzu⸗
werfen. Maria war nicht ihre Unterthanin, auch hatte die
engliſche Koͤnigin, dem Voͤlkerrechte zufolge, kein Recht, das Schiedsrichteramt in dem Streite zwiſchen der ſchottiſchen Koͤnigin und ihren Unterthanen zu uͤbernehmen. Allein ſie
entlockte der ſchottiſchen Koͤnigin eine gewiſſe Anerkennung ih⸗
rer Befugniſſe, in dieſer Sache zu entſcheiden, und zwar auf folgende Art.
Die Abgeſandten der Koͤnigin Eliſabeth erklaͤrten der Koͤnigin Maria, ihre Gebieterin bedaure ungemein, daß ſie die Koͤnigin nicht ſogleich in ihre Gegenwart laſſen, noch
ihr den liebevollen Empfang, den ſie ihr zu gewaͤhren ſich ſeh⸗
ne, zu Theil werden laſſen koͤnne, bis ſie in den Augen der Welt von den ſchimpflichen Anklagen ihrer ſchottiſchen Unter⸗ thanen gereinigt ſey. Maria erklaͤrte ſich alsbald bereit, ihre Unſchuld zur Zufriedenheit Eliſabeths darzuthun; und dieß betrachtete die Koͤnigin von England als eine an ſie ergangene
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