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wies der ſchottiſchen Koͤnigin, die er mit aller moͤglichen Ehr⸗ furcht empfing, das Schloß Carlisle als Wohnung an.
Die Koͤnigin Eliſabeth konnte ſich gegen Maria auf zwei Arten betragen, die mehr oder minder großmuͤthig ſeyn moch⸗ ten, allein gleich gerecht und geſetzmaͤßig waren. Sie haͤtte
1 die Koͤnigin Maria ehrenvoll empfangen, und ihr die verlang⸗ te Hülfe gewaͤhren, oder wenn ſie dieſe nicht fuͤr dienlich er⸗
achtet haͤtte, ihr erlauben koͤnnen, in ihrem Gebiete zu blei⸗
ben, und zwar mit der uneingeſchraͤnkten Freiheit, es nach
Gutduͤnken zu verlaſſen, wie ſie es freiwillig betreten hatte. Allein ſo groß auch Eliſabeth bei andern Gelegenheiten ihrer Regierung war, ſo handelte ſie doch bei der gegenwaͤrti⸗ gen aus niedrigen und neidiſchen Beweggruͤnden. Sie ſah in der Entflohenen, die um ihren Schutz bat, eine Fürſtin, die ein Erbfolgerecht auf die engliſche Krone beſaß, das, von dem katholiſchen Theile ihrer Unterthanen wenigſtens, über ihr eigenes geſtellt wurde. Sie erinnerte ſich, daß Maria b hatte bewegen laſſen, Wappen und Ditel der engliſchen Monarchie anzunehmen, oder vielmehr, daß ſie in ihrem Na⸗ men angenommen worden waren. Sie erinnerte ſich, daß Maria ihre Nebenbuhlerin in Beziehung auf innere und aͤuſ⸗ ſere Vorzüge geweſen war; und ſicherlich vergaß ſie nicht, daß ſie ſie an Jugend und Schöoͤnheit uͤbertraf, und, wie ſie ſelbſt ſich ausgedruͤckt, den Vorzug hatte, die Mutter eines huͤbſchen Sohnes zu ſeyn, waͤhrend ſie ein unfruchtbarer Stamm blieb. Sie betrachtete daher die ſchottiſche Koͤnigin nicht als eine Schweſter oder Freundin, die ins Unglück ge⸗ rathen war, ſondern als eine Feindin, uͤber welche die Um⸗ ſtaͤnde ihr Macht verliehen hatten, und beſchloß, ſße zur Ge⸗
„fangenen zu machen.
In Folge des Betragens, wezu eine ſo ni⸗ drige Denfart


