Teil eines Werkes 
99. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 5. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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Niederlage auf einem Schloſſe, Crookſtane genannt, ungefaͤhr vier Meilen von Paisley, auf welchem ſie und Darnley eini⸗ ge gluͤckliche Tage nach ihrer Heirath verlebt hatten, und das deßwegen der Schauplatz bitterer Erinnerungen fuͤr ſie gewe⸗ ſen ſeyn mußte. Es zeigte ſich bald, daß die Flucht das einzige Rettungsmittel war, und begleitet von Lord Herries und wenigen treuen Anhaͤngern, ritt ſie ſechzig Meilen weit, ehe ſie bei der Abtei Dundrennan in Galloway Halt machte. Von dieſem Orte aus konnte ſie ſich nach Frankreich oder England zuruͤckziehen. In Frankreich war ſie eines freund⸗ lichen Empfangs gewiß; allein England bot ihr einen naͤhern und, wie ſie glaubte, gleich ſichern Zufluchtsort dar.

Indem daher die ſchottiſche Koͤnigin die verſchiedenen Ei⸗ ferſuͤchteleien, die zwiſchen Eliſabeth und ihr herrſchten, ver⸗ gaß, und ſich bloß an die ſuͤßen und ſchmeichelhaften Worte, die ſie von ihr erhalten hatte, erinnerte, kam es ihr nicht in den Sinn, daß ſie ſich irgend einer Gefahr preisgeben koͤnne, wenn ſie ſich der Gaſtfreundſchaft Englands in die Arme werfe. Es laͤßt ſich auch annehmen, daß die arme Maria, unter deren Fehler Mangel an Großmuth nicht gezaͤhlt wer⸗ den konnte, Eliſabeth nach der Art beurtheilte, auf die ſie ſelbſt die Koͤnigin von England in derſelben Lage behandelt haben wuͤrde. Sie beſchloß daher, in Eliſabeth's Koͤnigreich, trotz der Gegenvorſtellungen ihrer klügern Begleiter, Schutz zu ſuchen. Vergebens knieten dieſe vor ihr nieder, und baten ſie flehentlich, dieſen Schritt nicht zu thun. Sie trat in das unheilvolle Boot, fuhr uͤber den Solway und uͤbergab ſich dem engliſchen Uutergraͤnzwaͤchter Lowther. Ueber den Vor⸗ fall ohne Zweifel ſehr erſtaunt, ſchickte er einen Expreſſen ab, um die Koͤnigin Eliſabeth davon in Kenntniß zu ſetzen, und

W. Scott's Werke. XCIX. 2