Teil eines Werkes 
99. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 5. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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Douglas, wurde von dem Ungluͤcke, und vielleicht der Schoͤn⸗ heit der Koͤnigin maͤchtiger angezogen, als von den Intereſ⸗ ſen des Regenten, oder ſeiner eigenen Familie. Ein zur Be⸗ freiung der Koͤnigin von ihm entworfener Anſchlag wurde entdeckt, was ſeine Vertreibung aus der Inſel zur Folge hatte. Allein er fuͤhrte einen Briefwechſel mit einem Ver⸗ wandten, Little Douglas genannt, einem Knaben von fuͤnf⸗ zehn oder ſechzehn Jahren, der in dem Schloſſe geblieben war. Den 2ten May 1568 ſtahl dieſer kleine William Douglas die Schlüſſel der Feſte, waͤhrend die Familie zu Nacht ſpeiste. Er fuͤhrte Maria und ihre Dienerin aus dem Thur⸗

me, als ſich alles zur Ruhe begeben hatte, verſchloß die Tho⸗ re des Schloſſes, um nicht verfolgt werden zu koͤnnen, brach⸗ te die Koͤnigin und ihre Kammerfrau in ein kleines Schiff, ſteuerte hierauf dem Ufer zu, und warf die Schluͤſſel der Burg waͤhrend ihrer Ueberfahrt ins Waſſer. In dem Augen⸗ blicke, in welchem ſie im Begriff waren, dieſe kuͤhne Reiſe anzutreten, gab der junge Pilot ein Zeichen, durch ein Licht an einem beſondern Fenſter, das an dem obern Ende des Sees geſehen werden konnte, um anzuzeigen, daß alles ſicher war. Lord Seaton und mehrere von den Hamiltonen warte⸗ ten an dem Landungsplatze. Die Koͤnigin ſiieg augenblick⸗ lich zu Pferde, und eilte nach Niddry in W Leſt⸗Lothian, von wo ſie ſich am naͤchſten Tage nach Hemilton begab. Die Kunde dieſes Vorfalls flog wie ein Vlitz durch das ganze Land, und verbreitete uͤberall Begeiſterung. Das Volk erin⸗ nerte ſich an Maria's Guͤte, Huld und Schoͤnheit es er⸗ innerte ſich auch an ihr Ungluck und wenn es uͤber ihre Irrthuͤmer nachdachte, ſo glaubte es, daß ſie bereits hart ge⸗ nug beſtraft worden ſeyen. Am Sonntage war Maria eine traurige und hülſtoſe Gefangene in einem einſamen Thurme.