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ſtummer Ehrfurcht; allein einige unter den Soldaten ſchrieen ihr nach und ſchmaͤhten ſie, bis Grange ſeinen Degen zog, und ſie zum Schweigen noͤthigte. Die Lords faßten den Ent⸗ ſchluß, in die Hauptſtadt zuruͤckzukehren, und fuͤhrten, um⸗ geben von ihren Truppen, Maria dahin.
Als ſich die ungluͤckliche Koͤnigin Edinburgh naͤherte, von den Siegern gleichſam im Triumphe aufgefuͤhrt, mußte ſie die groͤßten Rohheiten und Beſchimpfungen von dem Poͤ⸗ bel der Stadt erdulden. Es war fur dieſen Aufſtand eine Fahne verfertigt worden, die auf der einen Geite Darnley's
Bild zeigte, wie er ermordet unter einem Baume in dem
unheilvollen Baumgarten lag, mit der Unterſchrift,„Richte
und raͤche meine Sache, o Herr!(Lord),“ und auf der an⸗
dern Seite, den kleinen Prinzen auf ſeinen Knieen mit em⸗ porgehobenen Haͤnden, als flehe er den Himmel an, die Moͤr⸗ der ſeines Vaters zu beſtrafen. Als die Koͤnigin mit aufge⸗ loͤstem Haare, ungtordneter Kleidung, und von Kummer, Schaam und Ermuͤdung überwaͤltigt, durch die Straßen ritt,
wurde dieſe unheilvolle Fahne vor ihren Augen entfaltet, waͤh⸗
rend die rohe Menge ſie laut der Theilnahme an Darnley'’s Heud dun bezuͤchtigte. Vor den Fenſtern des Hauſes des
Lord Proooſt, dem ſie einige Stunden, gleichſam als Ge⸗ fangene, uͤbergeben ward, wurde daſſelbe Geſchrei wiederholt, und dieſelbe beſchimpfende Fahne entfaltet. Die beſſere Volks⸗ klaſſe, die der Handwerker und Buͤrger, wurde endlich durch ihren Kummer geruͤhrt, nd zeigte einen ſo ſtarken Wunſch, ihre Partei zu ergreifen, daß die Lords beſchloſſen, ſie aus der Stadt zu entfernen, wo die Achtung für ihre Perſon und ihren Kummer, ihr, trotz ihrer unbeſonnenen Handlungen und des Grolls ihrer Feinde, Anhaͤnger verſchaffen zu koͤn⸗ nen ſchien. Demzufolge wurde Maria, am naͤchſten Mor⸗


