Teil eines Werkes 
99. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 5. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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weit von dem Orte, wo die Schlacht von Pinkie geliefert worden war, auf dieſelben. Dieß war am 15. Junius 1507. Maria wuͤrde beſſer gethan haben, ſie haͤtte die angedrohte Schlacht verſchoben; denn die Hamiltonen waren mit einer bedeutenden Streitmacht auf dem Wege zu ihr zu ſtoßen. Allein ſie hatte ſich daran gewoͤhnt, durch raſche und ſchnelle Bewegunsen Siege zu erringen, und ſah anfaͤnglich nicht hinlaͤnglich ein, welch eine unguͤnſtige Stimmung unter ih⸗ rem eigenen Heecre gegen ſie herrſchte. Viele, wo nicht die meiſten dieſer Truppen, die ſich um die Koͤnigin verſammelt, hatten keine große Neigung, für Bothwells Sache zu fechten. Er ſelbſt erbot ſich prahlend, ſeine Unſchuld an der Ermor⸗ dung Darnley's durch einen Zweikampf in den Schranken mit jedem der Lords, der ihn fuͤr ſchuldig erklaͤren wuͤrde, zu beweiſen. Der tapfere Kirkaldy von Grange, Murray von Kullibardin und Lord Lindsſay of the Byres erklaͤrten ſich nach einander zu dem Kampfe bereit; allein Bothwell fand Einwendungen gegen jeden von ihnen, und endlich zeigte es ſich, daß dieſer elende Menſch keinen Muth hatte, mit ir⸗ gend jemand in dieſem Streite zu fechten. Inzwiſchen ſieng das Heer der Koͤnigin an, ſich zu zerſtreuen, und gab ſeinen Entſchluß zu erkennen, in ihrer Sache nicht zu fechten, ſo lange es ſie als eine und dieſelbe mit der des Grafen von Borhwell betrachtete. Sie rieth ihm daher, von dem Kampf⸗ platze zu entſtiehen; ein Rath, den er ohne Zoͤgern befolgte, indem er ſo ſchnell als moͤglich nach Dunbar ritt, und von da zur See entkam.

Maria ergab ſich, auf das Verſprechen einer ehrerbieti⸗ gen und gütigen Behandlung, dem Laird von Grange, und wurde von ihm in das Hauptquartier des verbuͤndeten Heers gefuͤhrt. Als ſie daſelbſt ankam, empfingen ſie die Lords mit