ſcheinlich glaubte er ſich in Schottland nicht ſicher genug, falls Bothwell Koͤnig werden ſollte.
Auf dieſe Art durch den anſcheinenden Beifall des Adels gerechtfertigt, und wahrſcheinlich an dem Beifalle der Koͤni⸗ gin nicht zweifelnd, erſchien der Graf von Bothwell ploͤtzlich an der Bruͤcke von Cramond, mit tauſend Pferden, als Ma⸗ rig daſelbſt auf ihrer Ruͤckkehr von Stirling nach Edinburgh ankam. Er ergriff den Zuͤgel des Pferds der Koͤnigin, um⸗ zingelte und entwaffnete ihre Begleiter, und führte ſie, un⸗ ter einem Scheine von Gewalt, nach der ſtarken Feſtung Dunbar, deren Gouverneur er war. Bei dieſer Gelegenheit ſcheint Maria weder einen Verſuch zum Widerſtand gemacht, noch jenes Gefühl des Unwillens und der Scham, das ihrem Charakter, als Koͤnigin wie als Weib, geziemt haben wuͤrde, ausgedruͤckt zu haben. Ihre Begleiter wurden von Bothwells Ofſizieren verſichert, daß ſie mit ihrer eigenen Einwilligung weggeführt werde; und wenn man bedenkt, daß ein ſolcher Schimpf einer Fuͤrſtin von ihrem ſtolzen und kuͤhnen Geiſte angethan wurde, ſo laͤßt ſich kaum ein anderer Grund für ihre zahme Unterwerfung und das Stillſchweigen, das ſie da⸗ bei beobachtete, auffinden. Sie blieben zehn Tage in Dun⸗ bar, nach deren Verfluß ſie, ſcheinbar verſoͤhnt, wieder in Edinburgh erſchienen. Der Graf leitete ſorgfaͤltig den Zelter der Koͤnigin bei ihrem Einzuge in die Stadt, und führte ſie nach der Burg von Sdinburgh, deren Gouverneur einer ſei⸗ ner Anhaͤnger war.
Waͤhrend dieſer ſonderbaren Vorfaͤlle war es Bothwell gelungen, eine Eheſcheidung gegen ſein Weib, eine Schweſter des Grafen von Huntley, auszuwirken. Den 12. Mai er⸗ klaͤrte die Koͤnigin in einem oͤffentlichen Manifeſte, daß ſie Bothwell die Gewaltthat, die er ſich unlaͤngſt erlaubt habe,
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