„ 7 Umſtaͤnden war eine unparteiiſche Unterſuchung unmoͤglich. Lennox erſchien nicht, ſondern ſandte bloß einen ſeiner Vaſal⸗ len, der gegen die Proceduren des Dags proteſtirte. Keine Anklage wurde vorgebracht— folglich auch kein Beweis ver⸗ langt— und eine Jury, die aus Edelleuten vom erſten Ran⸗ ge beſtand, ſprach Bothwell von einem Verbrechen frei, deſ⸗ ſen ihn jedermann ſchuldig glaubte.
Die oͤffentliche Stimme ſprach ſich gegen dieſes Gaukel⸗ ſpiel von Gerechtigkeit aus, allein ohne auf das Murren des Volks zu hoͤren, beeilte ſich Bothwell, den Platz einzunehmen, den er durch Darnley's Ermordung erledigt hatte. Er ver⸗ ſammelte bei Gelegenheit eines Schmauſes, der in einer Schenke gegeben wurde, einen Theil des hoͤchſten Adels, und bewog ihn, eine Schrift zu unterſchreiben, in der ſie Both⸗ well nicht bloß fuͤr unſchuldig an dem Dode des Koͤnigs er⸗ kläͤrten, ſondern ihn auch als die tauglichſte Perſon, die ihre Majeſtaͤt zu einem Gatten waͤhlen koͤnnte, empfahlen. Mor⸗ ton, Maitland und andere, die nachher als Maria's Freun⸗ de und Anklaͤger auftraten, unterſchrieben dieſe merkwuͤrdige urkunde, entweder weil ſie ſich vor den Folgen einer Weige⸗ rung fuͤrchteten, oder weil ihnen der leichteſte und ſicherſte Weg, den ſie einſchlagen koͤnnten, der ſchien, Bothwell und die Koͤnigin aufzumuntern, ihrem Verderben durch eine Hei⸗ rath, die dem ganzen Koͤnigreiche mißfallen mußte, entgegen⸗ zueilen.
Murray, die wichtigſte Perſon in Schottland, hatte ſich von allen dieſen Umtrieben entfernt gehalten. Er war in Fi⸗ fe, als der Koͤnig ermordet wurde, und unzgefaͤhr drei Tage vor Bothwell's Verhor erhielt er von ſeiner Schweſter, der Koͤnigin, die Erlaubniß, nach Frankreich zu reiſen. Wahr⸗
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