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95 den; und ſeine Gewandtheit und Kunſt ſich einzuſchmeicheln, erwarben ihm einen bedeutenden Einfluß auf ihren Geiſt. Es war faſt nothwendig, daß die Koͤnigin in ihrer Umgebung irgend einen vertrauten Diener hatte, der ſowohl in Spra⸗ chen als in Geſchaͤften bewandert war, und durch den ſie mit fremden Staaten und beſonders mit ihren Freunden in Frankreich verkehren konnte. Es war wohl kein ſolcher Agent in Schottland zu finden, wofern ſie nicht einen katholiſchen Prieſter gewaͤhlt haͤtte, was ihre proteſtantiſchen Unterthanen mehr beleidigt haben wuͤrde, als die Anſtellung eines Man⸗ nes wie Rizzio. Allein die Erhebung dieſer Perſon, eines Fremden und eines Katholiken, zum Range eines Miniſters der Krone— und noch mehr, die perſoͤnliche Vertraulichkeit, der ihn die Koͤnigin wuͤrdigte, und die vornehme und gebiet⸗
riſche Miene, die dieſer niedriggeborne Fremde annahm, be⸗
leidigten die ſtolzen ſchottiſchen Edelleute, und erregten Aer⸗ gerniß unter dem gemeinen Volke.
Aengſtlich bemuͤht, die Gunſt, in der er bei der Koͤnigin ſtand, auf jede Art zu verſtaͤrken, ſchloß Darnley eine ver⸗ traute Freundſchaft mit Rizzio, der alle Kraͤfte der Schmei⸗ chelei und Ehrerbietung anwandte, um ſich ſeine Gunſt zu verſchaffen, und ihm ohne Zweifel bei ſeiner Bewerbung von Nutzen war. Die Koͤnigin bemuͤhte ſich inzwiſchen, die Hin⸗ derniſſe, die ihrer Verbindung mit Darnley im Wege ſtan⸗ den, zu entfernen, und zwar mit einem ſo gluͤcklichen Erfol⸗ ge, daß ſie mit Genehmigung faſt ihres ganzen Volks, in Edinburgh den 29. Julius 1565 vermaͤhlt wurden.


