3 76 nun keine Mundvorraͤthe mehr von der See her erhalten konn⸗ ten, und die Feſtung zu Land von einem zahlreichen Heere umzingelt war, ſo wurden ihre Vorraͤthe ſo klein, daß ſie Pferdeſteiſch eſſen mußten.
Inzwiſchen hatte ſich ihre Gebieterin, die Koͤnigin Re⸗ gentin, nach der Burg von Edinburgh zuruͤckgezogen, wo Gram, Ermattung und getaͤuſchte Erwartungen ihr eine Krankheit zuzogen, an der ſie den zehnten Junius 1560 ſtarb. Die franzöſiſchen Truppen in Leith waren jetzt aufs Aeuſſer⸗
ſte gebracht, und Franz und Maria beſchloſſen, vermoͤge
hoͤchſt wichtiger Bewilligungen, die ſie der reformirten Par⸗ tei zugeſtanden, Frieden in Schottland zu machen. Sie ka⸗ nen uͤberein, daß, ſtatt der Ernennung eines neuen Gouver⸗ neurs, die Regierung einem von dem Parlamente gewaͤhlten Regierungs⸗Conſeil übertragen werden folle; ſie erließen eine Indemnitaͤts⸗Acte, wie man ſte nennt, das heißt, eine Acte, welche alle waͤhrend dieſer Kriege begangenen Verbrechen ver⸗ zieh, und uͤberließ die religioͤſe Streitfrage der Entſcheidung des Parlaments, wodurch der reformirten Partei in der That volle Gewalt eingeraͤumt wurde. Alle fremden Truppen auf beiden Seiten mußten in Folge deſſen entfernt werden. England und beſonders die Koͤnigin Eliſabeth erreichten einen wichtigen Punkt durch dieſen Vertrag; denn er erkann⸗ te ausdruͤcklich das Recht dieſer Fuͤrſtin auf den Thron an; und Franz und Maria verpflichteten ſich, ſich aller Anſpruͤche auf das Koͤnigreich England, nebſt dem Wappen und den Sinabildern der engliſchen Souverainitaͤt, die ſie angenom⸗ men hatten, zu begeben. Als das Parlament von Schottland zuſammengetreten war, zeigte es ſich ba'd, daß die Reformaloren die Macht und die Neigung beſaſſen, alle ihre Beſchluͤſſe auf den Ge⸗
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