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98. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 4. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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24.

Dieſe Leute hatten in der That keinen deutlichen Begriff von den Beleidigungen, die ſie begangen hatten, und ahnten folglich das Mißfalten des Koͤnigs gegen ſie nicht. Die Ge⸗ ſetze hatten ſo lange in dieſer oͤden Gegend geſchwiegen, daß die Gewaltthätigkeiten, welche der Starke gegen den Sch chen veruͤbte, den Thaͤtern der natuͤrliche Gang der Geſell⸗ ſchaft, und durchaus nichts Strafwuͤrdiges ſchlenen.

So naͤherte ſich der Koͤnig im Anfange ſeiner Expedi⸗ tion ploͤtztich dem Schloſſe des Piers Cockburn von Hender⸗ land. Dieſer Baron traf die Anſtalten zu einem großen Gaſtmahle, um ihn zu empfangen, als Jakob ihn ploͤtzlich ergreifen und hinrichten ließ. Adam Scott von Tushielaw, der Koͤnig der Graͤnze genannt, erlitt daſſelbe Schickſal. Al⸗ lein ein Ereigniß von groͤßerer Wichtigkeit war das Schick⸗ ſal des John Armſtrong von Gilnockie, in der Naͤhe von Langleeholm.

Dieſer Freibeuter hatte ſich ein groſſes Anſehen erworben, und der ganze benachbarte Diſtrikt Englands zahlte ihm black mail, eine Art Tribut, kraft deſſen er denſelben bei ſeinen Naͤubereien verſchonte. Er hatte einen hohen Begriff von ſeiner Wichtigkeit, und war ſich, wie es ſcheint, nicht be⸗ wußt, daß er irgend eine ſtrenge Behandlung von Seiten des Koͤnigs verdient hatte. Im Gegentheil ging er ſeinem Fürſten entgegen, und traf ihn an einem zehn Meilen von Hawick entfernten Orte, die Kapelle Lon Carlinrigg genannt, in reichem Anzuge, und begleitet von vierundzwanzig Edel⸗ keuten, ſeinem beſtaͤndigen Gefolge, die eben ſo koſtbar als er ſelbſt gekleidet waren. Entruͤſtet, einen Freibeuter ſo glaͤnzend erquipirt zu ſehen, befahl der Koͤnig die augenbliek⸗ liche Hinrichtung deſſelben mit den Worten,was braucht dieſer Schurke weiter als eine Krone, um ſo praͤchtig zu

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