Marzarrethe haͤtte ihre Gewalt behaupten koͤnnen, denn ſie war perſoͤnlich ſehr beliebt; allein es war das Schi ckſal oder ie Thorheit dieſer Koͤnigin, raſche Ehen zu ſchließen. Nachdem ſie eine Eheſcheidung von Angus ausgewi et hatte, heirathete ſie einen jungen Mann von geringer Gewalt und miederem Range, mit Namen Heinrich Stewart, einen juͤngern Sohn des Lord Evandale. Dieſer unkluge Schritt brachte ſie um ihren Einfluß. Angus kam daher in den Beſitz der hoͤchſten Gewalt, bemaͤchtigte ſich der Perſon des Koͤnigs, that alles in Jakobs Namen, allein aus eigener Gewalt, und wurde der Regent Schottlands im vollen Sinne des Worts, obſchon er den Namen nicht annahm.
Die Talente des Grafen von Angus entſprachen dem Amte, das er verwaltete, und als er ſich mit ſeinem alten Nebenbuhler, dem Grafen von Arran ausſoͤhnte, ſchien ſeine Macht auf einen ſichern Grund gebaut. Es gelang ihm, einen Friedensvertrag mit England zu Stande zu bringen, der dem Koͤnigreiche von großem Nutzen war. Allein der Sitte der Zeiten gemaͤß, war Angus viel zu ſehr bemüht, al⸗ le hohen Aemter, Laͤndereien und andere Vor rtheile, uͤber welche eie Krone zu verfüͤgen hatte, ſeinen Freunden und An⸗ haͤngern zu uͤbertragen, mit Ausſchließung aller der Adeligen und Vornehmen, die entweder bei dem letzten Kampfe um die hoͤchſte Gewalt Partei gegen ihn genommen hatten, oder nicht ſeine entſchiedenen Anhaͤnger waren. Auch wurde der Gang der Gerechtigkeit durch die Parteilichkeit des Grafen von Angus fuͤr ſeine Freunde, Verwandten und Anhaͤnger auf eine ſchaͤndliche Weiſe verkehrt.
Ein alter Geſchichtſchreiber ſagt:„es habe Nlemand mit einem Douglas, oder auch nur mit dem Anhaͤnger eines Donglas vor Gericht zu ſtreiten gewagt, denn er ſey ſtets
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