35 Wirkung erschreckt, welche ihre Nachrichten auf das Präulein hervorbrachten, eine doppelt heftige Wirkung, da dies in den CGrundsätzen und Vorurtheilen der bischöflichen Kirche erzo- „ Sen war. Sie ward plötzlich todtenbleich, der Athem schien ihr auszuhleiben, und ihre Glieder vermochten nicht läuger sie zu tragen: sie setzte sich, oder sank vielmehr auf einen Sessel nieder. Hannchen versuchte kaltes Wasser an ihr, ver- brannte Federn, löste das Schnürband, und that alles, was man in solchen Fällen zu thun pflegt— aber vergebens! «Cott sey mir gnädig, was hab' ich angerich- tet P' sagte die reuige Zoſe.„Wäre mir doch die Zunge eher ausgefallen! Wer hätte denken
sollen, daſs sie's so hoch nehmen würde, und alles um eines jungen Menschen willen P Liebes Fräuleiml Seyd doch gutes Muths, vielleicht ist alles nicht wahr, was ich gesagt habe. O ich wollte,“s hätte mir einer den Mund versiegelt! Alle Welt hat mir's vorausgesagt, meine Zunge würde naeh einmal Unheil anrichten! Wenn nun die guädige Frau kommt, und der Major! — Und sie sitat obendrein auf dem Throne, Wo keine Menschenscele darauf gesessen hat, seit dem leidigen Morgen, als der König hier war. Ach! was soll ich machen? Was wird aus uns werden 5
Während Hannchen so jammerte, hatte sich


