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ten nur zur Last und Schande gereichen, und zur Schande bin ich, so viel mir bewufst ist, noch Niemand gewesen.“
Mein Vater würdestrenge Befehle ertheilen—*
„Ihrseyd gitig— schr gütig. Aber es gibt doch Dinge, die ein Herr nicht befehlen kann. Ab- halten könnt' er sie wohl, Hand an mich zu le- gen— und das würden sie, glaub' ich, auch nicht wagen. Auch kann er ihnen wohl gebieten, daſs sie mir meine Suppe und ein Stückchen Fleisch dazu geben sollen. Kann denn aber auch Eures Vaters Wort die böse Zunge oder den Blick des Auges hindern, oder ihnen sagen, daſs sie mir mein Essen mit dem freundlichen Blicke geben sollen, wobey man's so gut verdautfe Oder kann er ihnen die Neckereyen und Stichelreden ver- bieten, die mehr schmerzen, als eine Beleidigung, die gerad' herausgesagt wird? Und überdies mufs ich Euch nur gestehen, ich bin der faulste Kerl, der jemals gelebt hat, kanu mich an gar keine Essen- und Schlafenszeit binden, und würd' nur ein schlechtes Beyspiel in einer ordentlichen Haus- haltung geben.“
«Aber was meynt Ihr denn, Adam, zu einem netten Häuschen und Garten, und zu einem täg- lichen Mittagsbrod, wobey Ihr nichts zu thun hättet, als ein wenig in Eurem Garten zu graben, wenn's Euch gefieleb“
«Und wie oft, mein Fräulein, glaubt Ihr denn


