Teil eines Werkes 
34. Bändchen, Die Presbyterianer : dritte der Erzählungen meines Wirths : 1. Theil (1823) Tales of my landlord
Entstehung
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tete in dieser Situation hätte er wohl einem Künstler zum Modell eines alten Cynischen Wei- sen dienen können, der über die Nichtigkeit menschlicher Bestrebungen und über die Unsicher- heit des zeitlichen Besitzes nachdenkt und zu der Quelle hinaufschaut, aus der alles dauernde Gute allein flieſsen kann. Als Isabellens hohe und schöne Gestalt am offenen, mit einem Citter ver- sehenen Fenster erschien, konnte eine lebhafte Einbildungskraft sie wohl für ein gefangenes Fräu- lein halten, das einem Pilger die Geschichte ih- rer Leiden erzählte, damit er jeden tapfern Ritter, den er auf seinen Wanderungen träfe, auffordern möchte, sie aus ihrem harten Gewahrsam zu be- freyen.

Nachdem Isabella mit den freundlichsten Wor- ten dem Bettler ihren Dank bezeigt hatte, den dieser indefs, als weit über sein Verdienst, ab- lehnte, fuhr sie fort in einer Art zu sprechen, welche, wie sie glaubte, für seine Besorgnisse fühlbarer seyn sollte.

«Ich weiſs nicht," sagte sie,«was mein Vater im Sinne hat, für unsern Retter zu thun; er wird indefs gewiſs die Absicht haben, ihm ein ruhiges und gemächliches Leben zu verschaffen, und wenn Ihr im Schlosse bleiben wollt, so will ich Befehl geben»

Der Alte lächelte und schüttelte den Kopf.«Ich würde, sprach er,«Euren zierlichen Dienstbo-