Teil eines Werkes 
34. Bändchen, Die Presbyterianer : dritte der Erzählungen meines Wirths : 1. Theil (1823) Tales of my landlord
Entstehung
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und in den berühmtesten Städten zu arbeiten, ehe man sich häuslich niederliefs. Das war eigent- lich eine weise Einrichtung, da solche Wanderer in jeder Stadt von ihren Zunfigenossen als Brüder aufgenommen wurden, und überall ihre Kennt- nisse vermehren oder sie Andern mittheilen konn- ten. Als nun mein Ahnherr nach Nürnberg zu- rückkehrte, war sein alter Meister, sagt man, s0 eben gestorben, und zwey oder drey junge Wer- ber, worunter wohl ein Paar halb verhungerte Spröſslinge von Adelichen gewesen seyn mögen, wünschten sich mit der Jungfrau Bertha zu ver- mählen, der ihr Vater eine Mitgift hinterlassen hatte, die wohl sechzehn Ahnen die Wage halten konnte. Bertha war aber doch eine Art Muster von einem Weibsbilde, und hatte ein Gelübde gethan, nur dem Manne ihre Hand zu reichen, der an ihres Vaters Presse arbeiten könnte. Das war nun freylich zu jener Zeit keine kleine Auf- gabe, und sie wurde dadurch auf einmal ihre adelichen Freyer los, die eben so leicht mit ei- nem Zauberstab, als mit dem Winkelhaken des Setzers hätten umgehen können. Einige gewöhn- liche Buchdrucker machten einen Versuch; doch keiner war im Besitz des Ceheimnisses. Allein ich mache Ihnen am Ende Langeweile!

«Nicht im geringsten, Herr Oldbuck, ver- setzte Lovel; fahren Sie fort. Ich höre mit vie- lem Interesse zu.*