202
und zu der Auszeichnung in einer nützlichen und chrenvollen Kunst passen. Wie gesagt, jeder Buchdrucker hatte damals seinen Wahlspruch, seine Devise, wie man's nennen könnte, eben so gut als die tapfern Ritter, die sich in Turnieren und Lanzenstechen hervorthaten. Mein Ahnherr war so stolz auf seinen Wahlspruch, als hätte er ihn auf einem eroberten Schlachtfelde verkundigt, wiewohl dadurch nur Verbreitung von Kenntnissen, aber keinesweges Blutvergieſsen bezcichnet wurde. Einer Tradition zufolge, die sich in unsrer Familie erhalten hat, bestimmte ihn ein eigentlich ro- mantischer Umstand zur Wahl jenes Motto's.“*
«Und der wärebo fragte Lovel.
«Je nun, es ist wohl ein kleines Fleckchen auf dem Rufe eines klugen und weisen Mannes, den mein verehrter Ahnherr sonst besaſs. Aber— semel insanivimus omnes— ist doch jeder in sei- nem Leben einmal ein Thor! Man sagt, mein Vorfahr habe sich während seiner Lchrjahre bey einem Abkömmling des alten Fust, den die Volkssage unter dem Namen Faust vom Teufel holen läſst, von einem elenden Weibsen anzie- hen lassen, es sey seines Meisters Tochter, Bertha, gewesen., Sie wechselten Ringe mit einander, oder stellten sonst eine alberne Feyerlichkeit an, wie's bey Lichesversprechungen üblich ist, und
Aldobrand ging auf die Wanderschaft, um nach
herkömmlicher Sitte durch Deutschland zu reisen


