möglich. Nun führte er Gloſſin eine ſteile und ſchmale Treppe em⸗ por, auf welcher man zur Thür der Armenſünderſtube gelangte. Er entriegelte ſie und ſchloß auf, und indem er Gloſſin die Laterne gab, machte er dieſem ein Zeichen, einzutreten, und ſchloß darauf die Thür hinter ihm mit derſelben affectirten Genauigkeit.
In dem weiten dunkeln Gemach, in welches er nun eingeführt war, vermochte Gloſſin bei ſeinem ſchwachen Lichte anfangs nichts zu erkennen. Endlich konnte er undeutlich das Lager unterſcheiden, welches am Boden zur Seite der großen Eiſenſtange befindlich war und worauf die Geſtalt eines Mannes ruhte. Gloſſin näherte ſich ihm.„Dirk Hatteraick!“
„Donner und Hagel!'s iſt ſeine Stimme“ ſagte der Gefan⸗ gene, ſich aufrecht ſetzend und mit den Ketten klirrend,„dann iſt mein Traum wahr geweſen!— Geht und laßt mich allein— das iſt für euch das Beſte.“ 4
„Wie! mein guter Freund,“ ſagte Gloſſin,„kann wirklich die Ausſicht auf eine Gefangenſchaft von wenigen Wochen euren Muth niederbeugen?“
„Ja!“ antwortete der Schurke mürriſch,„weil ich blos durch einen Strick daraus erlöſt werden werde!— laßt mich al⸗ lein— geht an euer Geſchäft und nehmt mir das Licht vom Ge⸗ ſichte weg!“
„Pfui! mein theurer Dirk, fürchtet nichts,“ ſagte Gloſſin— „ich habe einen herrlichen Plan, um Alles gut zu machen.“
„Zu allen Teufeln mit euren Plänen!“ erwiederte ſein Kum⸗ pan,„ihr habt mich um mein Schiff, meine Ladung, mein Leben gebracht mit euren Plänen; und dieſen Augenblick träumt' ich, Meg Merrilies ſchleppe euch am Haar hieher, und gäbe mir das lange Meſſer, welches ſie zu tragen pflegte— ihr wißt nicht, was ſie ſagte. Sturm und Wetter! ihr thut klug, wenn ihr mich nicht in Verſuchung führt!“


