Teil eines Werkes 
7. Band (1851) Guy Mannering oder: Der Astrolog : ein Roman / von Walter Scott ; neu übersetzt von Oelckers
Entstehung
Einzelbild herunterladen

177

ihrem Werke zu widerſtehen, aber es eben ſo wenig unterſtützend. Als er an das Tageslicht geſchleppt und zwiſchen drei oder vier Männern aufrecht auf ſeine Füße geſtellt war,(denn es waren noch einige Leute außen geblieben,) ſchien er durch den plötzlichen Wechſel nach der Finſterniß ſeiner Höhle betäubt und geblendet. Während andre die Entfernung der Meg Merrilies übernahmen, verſuchten diejenigen, die bei Hatteraick blieben, dieſen auf ein Felſenſtück niederzuſetzen, welches dicht bei der Stelle lag, welche die hohe Fluth bezeichnete. Ein heftiges Schaudern machte ſeine eiſenfeſte Geſtalt einen Augenblick erzittern, während er ſich der Abſicht jener Leute widerſetzte.„Nicht dort— Hagel!— ihr wollt mich doch nicht dort ſitzen laſſen?“

Dies waren die einzigen Worte, die er ſprach; aber der Sinn derſelben und der Ton tiefen Grauens, in welchem er ſie äußerte, zeigte an, was in ſeinem Gemüthe vorging.

Als Meg Merrilies ebenfalls aus der Höhle gebracht war, was mit all' der Sorgfalt geſchah, welche die Umſtände geſtatteten, be⸗ rathſchlagte man, wohin ſie zu bringen ſei. Hazlewood hatte nach einem Wundarzt geſchickt, und ſchlug vor, man ſolle ſie unterdeſſen zur nächſten Hütte bringen. Aber die Verwundete rief mit großem Ernſt:„Nein, nein, nein! zum Kaim von Derncleugh— zum Kaim von Derncleugh— der Geiſt wird vom Leibe nicht frei, au⸗ ßer dort.“.

„Man muß ihr nachgeben, denk ich,“ ſagte Bertram;„ihre verwirrte Phantaſie wird ſonſt das Wundfieber verſchlimmern.“

Sie trugen ſie daher nach jenem Gewölbe. Unterwegs ſchien ihr Geiſt mehr bei der eben erlebten Scene zu weilen, als bei dem nahen Tode.„Orei waren da gegen ihn— ich brachte die zwei— aber wer war der dritte! War er ſelber es, der wiederkam, um ſeine Rache ſelber zu vollbringen?“

Guy Mannering. III. 42