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der faſt ſo lang wie ſie ſelber war. Ich entſinne mich ihrer ſehr wohl;— jede Wocha beſuchte ſie eines Almoſens wegen meinen Va⸗ ter und ich, damals ein kleiner Knabe, betrachtete Madge mit ei⸗ nem nicht geringen Grade von Ehrfurcht und Scheu. Wenn ſie heftig ſprach,(ſie pflegte ſich ſehr laut zu beklagen,) ſo ſtampfte ſie mit ihrem Stab auf den Boden und nahm ſelbſt eine Stellung an, die man unmöglich mit Gleichgiltigkeit betrachten konnte. Sie pflegte zu ſagen, daß ſie aus den entfernteſten Theilen der Inſel Freunde, um ihre Beläſtigungen zu rächen, herbeibringen könne, während ſie ruhig in ihrer Hütte ſitzen bliebe; und häufig rühmte ſie ſich, es ſei eine Zeit geweſen, wo ſie noch größern Einfluß be⸗ ſeſſen habe, denn bei ihrer Hochzeit hätten ſich funfzig geſattelte Eſel befunden und ungeſattelte Eſel ohne Zahl. Wenn Jean Gor⸗ don das Vorbild des Charakters der Meg Merrilies war, ſo glaube ich, daß Madge dem unbekannten Verfaſſer zur Darſtellung ihrer Perſon geſeſſen haben muß.“—(Blackwood's Magazin, B. I. S. 56.)
In wie weit der talentvolle Correſpondent Blackwood's Recht hatte, in wie weit er in ſeiner Vermuthung irrte, darüber vermag der Leſer ſelbſt zu urtheilen.
Wir gehen nun zu einem Charakter ſehr verſchiedener Art, zu Dominie Simſon über; der Leſer kann ſich leicht denken, daß ein armer, beſcheidner, demüthiger Gelehrter, der ſich ſeine Bahn durch klaſſiſche Studien gebrochen, aber auf der Reiſe des Lebens unter den Wind gekommen iſt, keine ungewöhnliche Erſcheinung in einem Lande ſein kann, wo eine gewiſſe Portion von Gelehrſamkeit leicht von denen erworben werden kann, welche gern Hunger und Durſt leiden, um dafür in Beſitz des Griechiſchen und Lateiniſchen zu kommen. Aber es iſt ein weit beſtimmteres Vorbild des würdi⸗ gen Dominie vorhanden, nach welchem die Rolle gezeichnet iſt, welche Simſon in dem Romane ſpielt, ein Vorbild, welches, aus


