19 der Gaſtfreundſchaft zu erfahren. Ich glaube, Jean Gordon befand ſich bei dieſem Feſtmahle.“—(Blackwoods Magazin B. 1. S. 54.)
Trotz des Unglücks, welches Jean's Nachkommenſchaft betraf, überlebte ſie eine Enkelin, die ich mich geſehn zu haben erinnere; das heißt, ſo wie Dr. Johnſon eine dunkle Erinnerung von der Kö⸗ nigin Anna, als einer ſtattlichen, ſchwarz gekleideten, mit Diaman⸗ ten geſchmückten Dame hatte, ſo weilt in meinem Gedächtniſſe noch die feierliche Erſcheinung einer Frau von mehr als weiblicher Höhe, gekleidet in ein rothes Gewand, die zuerſt meine Bekanntſchaft machte, indem ſie mir einen Apfel gab, die ich jedoch mit ebenſo viel ſcheuer Ehrfurcht betrachtete, wie der künftige Doctor, kirch⸗ liche Würdenträger und Tory, wozu ihn das Geſchick beſtimmt hatte, nur immer die Königin betrachten mochte. Ich denke, daß dieſes Weib die Madge Gordon war, von welcher eine treffende Schilderung in demſelben Artikel, der ihre Großmutter Jean beſchreibt, gegeben iſt, jedoch nicht von dem Schreiber dieſer Blätter:—
„Die verſtorbene Madge Gordon galt zu dieſer Zeit als Köni⸗ gin der Yetholm Clans. Sie war wie wir glauben, eine Enkelin der berühmten Jean Gordon, und ſoll dieſer auch im Aeußern ſehr ähnlich geweſen ſein. Folgende Schilderung derſelben iſt dem Briefe eines Freundes entlehnt, der viele Jahre lang häufige und günſtige Gelegenheiten fand, die charakteriſtiſchen Beſonderheiten der Bet⸗ holm⸗Stämme zu beobachten.—„Madge Gordon ſtammte von mütterlicher Seite von den Faas, und war an einen gewiſſen Young verheirathet. Sie war eine merkwürdige Perſon— hatte etwas gebieteriſches, und maß beinah ſechs Fuß. Sie hatte eine große Adlernaſe,— durchdringende Augen, ſelbſt noch im hohen Alter— volles, reiches Haar, welches ihr, unter einer Zigeuner⸗ mütze von Stroh hervor, über die Schultern wallte— dabei trug ſie einen kurzen Rock von eigenthümlichem Schnitt, und einen Stab,
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