den Hochländern ergeben hatte, verhängte der Pöbel über die arme Jean Gordon keine geringere Strafe, als die, im Fluſſe Eden er⸗ tränkt zu werden. Dieſe Operation erforderte einige Zeit, denn Jean war ein ſtarkes Weib und brachte, mit ihren Mördern rin⸗ gend, den Kopf oft über's Waſſer; und ſo oft ſie dabei zu Worte kommen konnte, fuhr ſie immer fort ihre ausgeſprochne Meinung zu bekräftigen. Als Kind und auf den Schauplätzen ihres Thuns und Treibens, hörte ich dieſe Geſchichte oft erzählen und weinte bitterlich um die arme Jean Gordon.
„Bevor ich die Gränzzigeuner verlaſſe, kann ich noch erwäh⸗ nen, daß mein Großvater, als er über die Heide von Charterhouſe, damals ein weitläufiger Gemeindeplatz, ritt, plötzlich unter eine ſtarke Bande dieſer Leute gerieth, welche in einer, von Buſchwerk umgebenen Vertiefung der Heide ihr Gelag hielten. Sie fielen ſo⸗ gleich mit lautem Willkommen ſeinem Pferd in den Zügel und rie⸗ fen(er war nämlich den meiſten von ihnen bekannt,) daß ſie auf ſeine Koſten geſchmauſt hätten, und er müſſe nun anhalten und Theil an ihrer Freude nehmen. Mein Vorfahr war einigermaßen in Unruhe, denn er hatte, gleich dem Pächter von Lochſide, gerade mehr Geld bei ſich, als er in ſolcher Geſellſchaft daran wagen konnte. Da er jedoch von Natur ein kühner und beſonnener Mann war, ſo machte er die beſte Miene zu der Sache, und ſetzte ſich zu dem Mahle nieder, welches aus verſchiedenem Wildpret, Geflügel und dergleichen beſtand, wie es nur immer nach der Art dieſer Menſchen zuſammengeplündert ſein konnte. Die Mahlzeit war übrigens recht luſtig; aber mein Großvater erhielt von einem der ältern Zigeuner einen Wink, ſich zu entfernen, juſt da 3„Am tollſten Luſt und Freude ward,“ und indem er ſonach ſein Pferd beſtieg, nahm er von ſeinen Wirthen einen franzöſiſchen Abſchied, ohne jedoch die geringſte Verletzung


