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Pachter vernahm bald ihr Flüſtern und die leiſen Tritte an der Seite ſeines Lagers, und merkte ebenſo, daß man ſeine Kleider durchſuchte. Als ſie das Geld fanden, welches er auf Jean Gor⸗ dons vorſichtigen Rath behalten hatte, hielten ſie Rath, ob ſie es nehmen ſollten oder nicht; die Geringfügigkeit der Summe jedoch, ſo wie Jean's heftige Gegenvorſtellungen beſtimmten ſie dahin, es nicht zu nehmen. Sie zechten und gingen zur Ruhe. Sobald der Morgen dämmerte weckte Jean ihren Gaſt, führte ſein Pferd, wel⸗ ches ſie wohl gepflegt hatte, herbei, und begleitete ihn über eine Stunde Wegs bis auf die Landſtraße nach Lochſide. Hier ſtellte ſie ihm ſein ganzes Eigenthum zurück und all ſeine ernſtlichſten Bitten konnten ſie nicht dahinbringen, eine einzige Guinee anzunehmen. „Von den ältern Leuten zu Jedbourgh iſt mir geſagt worden, daß alle Söhne Jeans an ein und demſelben Tage zum Tode verur⸗ theilt wurden. Es heißt, die Stimmen der Jury ſeien zu gleichen Theilen getheilt geweſen, plötzlich aber ſei ein Freund der Gerech⸗ tigkeit, der während der ganzen Verhandlung geſchlafen, erwacht und habe ſeine Stimme für die Verurtheilung gegeben, und zwar mit den emphatiſchen Worten:„hängt ſie all' auf!“ Einheit iſt in einer ſchottiſchen Jury nicht erforderlich, und folglich wurde das Schuldig erkannt. Jean war gegenwärtig und ſagte blos:„der Herr helfe dem Unſchuldigen an einem ſolchen Tage!“ Ihr eigner Tod war von umſtänden roher, gewaltthätiger Art begleitet, welches die arme Jean in vielfacher Hinſicht durchaus nicht verdiente. Un⸗ ter andern ſchlimmen oder guten Seiten, wie es der Leſer nennen will, hatte ſie auch die, eine beharrliche Anhängerin Jacobs zu ſein. Sie war zu Carlisle an einem Jahrmarktstage, kurz nach dem Jahre 1746, wo ſie, zum großen Mißfallen des Pöbels dieſer Stadt, ihr politiſches Glaubensbekenntniß laut werden ließ. Eif⸗ rig in ſeiner Loyalität, ſobald keine Gefahr dabei war, ganz im Verhältniß zu ſeiner Zahmheit, mit welcher er ſich im Jahr 1745 Guy Mannering. I. 2
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