über die Schultern hinab, und Hals, Hände und Füße blieben un⸗ bekleidet. In dieſem Aufzuge ward er in ein abgelegenes Zimmer geführt, worin ſich nichts befand, ausgenommen eine Lampe, ein Stuhl und ein Tiſch, worauf eine Bibel lag.„Hier,“ ſagte der Aſtrolog,„muß ich dich allein laſſen, bis der kritiſche Theil deines Lebens verfloſſen iſt. Wofern du, eingedenk der großen Wahrhei⸗ ten, von denen wir ſprachen, die Angriffe zurückzutreiben ver⸗ magſt, die auf deinen Muth und deine Grundſätze geſchehen wer⸗ den, ſo haſt du nichts zu fürchten. Aber die Prüfung wird ſtreng und ſchwer ſein.“ Seine Züge nahmen jetzt eine pathetiſche Feier⸗ lichkeit an, die Thränen ſtanden ihm im Auge und ſeine Stimme bebte vor innerer Bewegung, als er ſagte:„Theures Kind, bei deſſen Ankunft in der Welt ich dieſe verhängnißvolle Prüfung vorausſah, möge dir Gott dabei gnädig Standhaftigkeit ver⸗ leihen.“
Der junge Mann war allein, und kaum ward er dies inne, als die Erinnerung an all ſeine Begehungs⸗ und unterlaſſungsſünden, durch die Gewiſſenhaftigkeit, mit welcher er erzogen war, noch weit ſchrecklicher gemacht, gleich einem Dämonenſchwarm ſein Gemüth beſtürmte und ihn, wie Furien mit glühenden Geiſeln, zur Verzweif⸗ lung treiben zu wollen ſchien. Während er dieſe ſchrecklichen Erin⸗ nerungen mit bangen Gefühlen, aber mit entſchloſſener Seele be⸗ kämpfte, ward er gewahr, daß ſeine Beweisgründe durch die Sophi⸗ ſterei eines Andern beantwortet wurden und daß der Streit nicht mehr bloß auf ſeine eignen Gedanken beſchränkt war. Der Urheber des Böſen war in leibhafter Geſtalt bei ihm im Gemach gegenwär⸗ tig, und, da er mächtig bei Geiſtern melancholiſchen Charakters iſt, ſtellte er ihm eifrig das Verzweifelte ſeines Zuſtandes vor und ſuchte ihn zum Selbſtmord zu drängen, welches das beſte Mittel ſei, ſeiner ſündigen Laufbahn ein Ende zu machen. Das Vergnügen, welches er daran gefunden hatte, ſeine Reiſe unnöthig zu verlängern, und
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