Teil eines Werkes 
162. Bändchen = Neue Folge, 12. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 6. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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ſuchte, wie er durch ſeine Liebe zu Anna, und die Be⸗ muͤhung ſie gluͤcklich zu machen, ihren Vater ſeinen Dank zu bezeugen ſtreben werde, und als er ſah, daß der Graf ſeine Schilderung von ihrem kuͤnftigen Le⸗ ben gerne anhoͤrte, rief er aus:Uud wolltet Ihr, Herr, der Schoͤpfer dieſes Gluͤcks, nicht Zeuge deſſel⸗ ben ſeyn und es theilen? Glaubt mir, es ſoll uns angelegen ſeyn, die harten Schlaͤge des Schickſals, die Euch betroffen haben, zu mildern, und bluͤhen uns beſſere Tage, ſo werden wir unſer Gluͤck doppelt genie⸗ ßen, wenn Ihr es theilet.

Laßt das, entgegnete der Graf.Ich weiß, daß

mein Stuͤndlein nahe iſt. Hoͤrt und zittert: der Her⸗

zog von Burgund iſt zum Tode verurtheilt, und die unſichtbaren Richter, die im Geheimen richten und im Geheimen raͤchen, wie die Gottheit, haben Strick und Dolch in meine Hand gegeben.

O, werft pon Euch dieſe ſchimpflichen Zeichen! rief Arthur begeiſtert;ſie moͤgen Moͤrdern ſolchen Dienſt auftragen, damit nicht der edle Name Geierſtein durch ſolche That befleckt werde. 8

Still, thoͤrichter Knabe, entgegnete der Graf.Der Eid, der mich bindet, iſt hoͤher, als die Wolken, die dort ziehen, und feſter, als der Berge Grund. Glaubt nicht, daß ich meuchlings ihn morden will, wiewohl ich des Herzogs eignes Beiſpiel für mich haͤtte. Auch ſend' ich keine erkauften Moͤrder aus, wie die gemei⸗ nen Stradioten ſind, ihm nach dem Leben zu ſtellen⸗