84 meines Stammes— denn meines Bruders Soͤhne ſind entartet,— einem anmaßenden Menſchen zu ge⸗ ben, deſſen Ohm im Hauſe meines Schwiegervaters Knecht war.“
„Freilich eine ungleiche Heirath,“ warf Arthur ein.
„So lange ich lebte,“ fuhr der Graf fort,„haͤtte eine ſolche Verbindung nicht ſtatt finden duͤrfen, und haͤtte ich auch durch Ermordung der Braut und des Braͤutigams die Ehre meines Hauſes retten muͤſſen. Aber wenn ich nicht mehr bin— und meine Tage, meine Stunden ſind gezaͤhlt,— was haͤtte einen drei⸗ ſten Freier, durch des Herzogs Gunſt, den allgemei⸗
nen Beifall ſeines Landes, vielleicht auch durch die Vorliebe meines Bruders Arnold nnterſtuͤtzt, abge⸗ halten, trotz des Widerſtands des Maͤdchens ſeinen Zweck durchzuſetzen?“
„Rudolph iſt todt,“ erwiederte Arthur,„und ver⸗ gebe ihm der Himmel ſeine Schuld! Aber lebte er noch, und freite um Anna, ſo ſollte er finden, daß er zuvor einen Kampf ausfechten muͤßte——«
„Der bereits entſchieden iſt,“ unterbrach ihn der Graf.„Meine Tochter hat mir geſagt, was zwiſchen Euch und ihr vorgegangen iſt. Eure Geſinnung und Euer Benehmen ſind des edlen Hauſes wuͤrdig, von dem Ihr ſtammt, und das ſich, wie ich weiß, unter die beruͤhmteſten Europa's zaͤhlen darf. Ihr habt zwar Eure Guͤter vorloren, aber bei meiner Tochter iſt daſ⸗ ſelbe der Fall, den Antheil ausgenommen, den ihr


